Den Aldi-Brüdern auf der Spur: Was eine Doku über die Geschwister verrät

Theo und Karl Albrecht bauten sich ein Milliarden-Imperium auf. Auch die Spaltung in Aldi Nord und Aldi Süd änderte nichts an ihrem Erfolg. (Bild: ddp)

Zusammen haben Theo und Karl Albrecht ein Vermögen angesammelt, das sogar das Bankkonto von Bill Gates alt aussehen lässt. Wer die beiden Aldi-Gründer aber wirklich waren, haben sie stets aus der Öffentlichkeit herausgehalten. Die ZDF-Doku „Die Aldi-Story“ hat die Milliarden-Unternehmer unter die Lupe genommen.

Ihre oberste Maxime haben Theo († 2010) und Karl Albrecht († 2014) über ihren eigenen Tod hinaus gerettet: Privates hat in der Öffentlichkeit nichts zu suchen, das Geschäft kommt immer an erster Stelle. Da ist es schon etwas Besonderes, wenn der langjährige Mitarbeiter Eberhard Fedtke im ZDF über Theo Albrecht sagt: „Ich kann mich nicht entsinnen, dass ich ihn mal aus Herzen habe lachen gehört. Außer Umsatz, Kosten, tägliche Berichte, kontrollieren, arbeiten – war bei Theo nichts drin.“

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Diese Einstellung einte die Brüder zeitlebens, die von klein auf im Essener Lebensmittelladen ihrer Eltern halfen und ihn nach dem Krieg in eine Vorstufe der Aldi-Märkte verwandelten. Das Hauptkonzept: Die Waren billig einkaufen und günstig anbieten. Damit brachten sie es innerhalb von zehn Jahren zu 100 Filialen in Nordrhein-Westfalen und konnten in den 1960er-Jahren auch den Discountern aus den USA Paroli bieten, die sich in Europa immer weiter ausdehnten.

Zur Aufteilung von Albrecht Discount, wie es eigentlich heißt, kam es durch die Streitfrage im Hinblick auf Zigaretten. Theo wollte in seinen Filialen keine verkaufen und gründete Aldi Nord, Theo dagegen wollte sie bei Aldi Süd im Sortiment haben. Gut verstanden haben sie sich aber weiterhin, in ihrem Habitus waren sie sich einfach ähnlich: „Spiegel“-Journalistin Susanne Amann sagt in der ZDF-Doku: „Ich habe mehrfach von Leuten gehört, dass sie beim ersten Kennenlernen überrascht waren, wie unscheinbar die beiden aufgetreten sind. Weil sie eben so 0815 waren.“

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Nachdem Theo 1971 entführt wurde und gegen eine Lösegeld freikam, schotteten sich die Brüder noch mehr ab als zuvor – inklusive gepanzerten Autos mit Extra-Sauerstoff-Versorgung und im Kofferraum eingebautem Geheim-Telefon. Die Frage, ob sie ihr Erfolg glücklich gemacht hat, haben beide Brüder mit ins Grab genommen.

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