Demonstrant bei regierungskritischen Protesten im Südirak getötet

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Protest in Basra
Protest in Basra

Am Rande regierungskritischer Proteste im Irak ist ein Demonstrant getötet worden. Der junge Mann sei in der südirakischen Stadt Basra erschossen worden, hieß es aus Polizei- und Ärztekreisen am Freitag. Ein weiterer Aktivist starb demnach durch Schüsse in der Hauptstadt Bagdad. 

Bei dem in Bagdad getöteten Aktivisten soll es sich den Angaben zufolge um eine Schlüsselfigur der regierungskritischen Proteste handeln, die nach monatelanger Pause wegen der Corona-Pandemie Anfang Oktober wieder aufgeflammt waren. Der Name des Aktivisten wurde zunächst nicht bekannt. 

Zu dem tödlichen Vorfall in Basra kam es nach Angaben von Ärzten am Rande von Zusammenstößen zwischen mehreren hundert Demonstranten und der Polizei. Demnach wurde der junge Mann von mindestens einer Kugel getroffen. 

Das Innenministerium in Bagdad bestätigte den Tod des Demonstranten, erklärte jedoch zugleich, dass die Sicherheitskräfte in Basra gemäß der Anweisungen von Ministerpräsident Mustafa al-Kadhemi gehandelt hätten. Der Regierungschef hat die Polizei wiederholt aufgefordert, keine tödliche Gewalt gegenüber Demonstranten anzuwenden. 

Seit Oktober vergangenen Jahres wurden im Irak bereits mehr als 600 Menschen getötet, die meisten von ihnen bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften am Rande von Demonstrationen. Die Protestbewegung im Irak wirft der politischen Elite Korruption und die Abhängigkeit vom Nachbarland Iran vor. Sie fordert eine komplette politische Erneuerung des Landes. 

isd