Demokratie-Aktivisten protestieren erneut gegen Besuch von Xi in Hongkong

Demonstranten klettern die Statue hinauf

Demokratie-Aktivisten in Hongkong haben erneut gegen den bevorstehenden Besuch von Chinas Staatschef Xi Jinping protestiert. Die Demonstranten, darunter Studentenführer Joshua Wong, veranstalteten am Mittwoch einen Sitzstreik vor einer Statue, welche die Rückgabe Hongkongs von Großbritannien an China symbolisiert. Einige ketteten sich an die Skulptur in Form eines Orchideenbaums, andere kletterten auf die Statue an der Hafenpromenade der Stadt.

Die Statue war Hongkong 1997 von China übergeben worden und steht vor dem Tagungszentrum, wo Xi an den Feierlichkeiten zum Jahrestag der Rückgabe Hongkongs an China teilnehmen will. Sie befindet sich außerdem in unmittelbarer Nähe zu dem Hotel, in dem Xi untergebracht wird.

Der Präsident wird am Donnerstag zu einem dreitägigen Besuch zum 20. Jahrestag der Übergabe Hongkongs an China in der Wirtschaftsmetropole erwartet. Es ist sein erster Besuch in der Sonderverwaltungszone seit seiner Amtsübernahme 2013.

"Lang lebe die Regenschirmbewegung", riefen die Aktivisten am Mittwoch mit Blick auf die sogenannte Regenschirm-Revolution, bei der es 2014 Massendemonstrationen für demokratische Reformen gegeben hatte. "Ich bin ein Hongkonger", riefen die Demonstranten. Sie kündigten an, die Nacht über auf dem Platz bleiben zu wollen, der bei Touristen beliebt ist. Die Polizei verwies die Touristen am Mittwoch des Platzes und riegelte das Gebiet ab.

Hongkong war am 1. Juli 1997 nach dem Prinzip "Ein Land, zwei Systeme" von Großbritannien an China übergeben worden. Dabei wurden Hongkong für 50 Jahre Freiheiten und Rechte garantiert, die es in der Volksrepublik nicht gibt. Die Opposition in Hongkong wirft Peking jedoch vor, sich zunehmend in die Angelegenheiten der Sonderverwaltungszone einzumischen und damit die Autonomievereinbarungen zu verletzen.