Dembele wechselt zu Barca: Gratulation, BVB!

Tommy Gaber
Editor Yahoo Sports

Die Transfer-Posse des Sommers ist beendet: Ousmane Dembele verlässt Borussia Dortmund und spielt künftig beim FC Barcelona. Es gibt in dieser Geschichte nur einen Gewinner: den BVB. Ein Kommentar von Yahoo Sport-Redakteur Tommy Gaber. 

Haben gut lachen: Michael Zorc (l.) und Hans-Joachim Watzke

Am Donnerstag ereilte Ousmane Dembele eine schlechte Nachricht. Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps verzichtet im so wichtigen WM-Qualifikationsspiel der Equipe Tricolore gegen die Niederlande am 31. August auf das 20-jährige Sturm-Juwel. “Ich kann keinen Spieler nominieren, der nicht spielt”, begründete Deschamps seine Entscheidung und legte nach: “Ousmane bringt sich in eine schwierige Situation.”

Eine Ohrfeige für Dembele, der seinen Wechselwunsch stets auch damit begründete, als Spieler des FC Barcelona noch mehr im Fokus zu stehen und dadurch seine Chancen auf die Teilnahme an der WM 2018 in Russland erhöhen könne.

Zudem ist Deschamps ein Disziplin-Fanatiker und ein Trainingsstreik dürfte sich negativ auf Dembeles Standing beim Coach ausgewirkt haben. Der Spieler bekommt die Quittung für sein albernes Verhalten als Angestellter von Borussia Dortmund.

Persönlicher Erfolg für Dembele

Dass er letztlich seinen Wunsch, zum FC Barcelona zu wechseln, durchgedrückt hat, kann Dembele als persönlichen Erfolg verbuchen. Er hat das bekommen, was er wollte. Auch der FC Barcelona wird den Transfer als Gewinn verkaufen. Ob Dembele aber Neymar tatsächlich adäquat ersetzen kann, muss sich erst noch zeigen.

Der eigentliche Gewinner in der Transfer-Posse des Sommers ist Borussia Dortmund. Die Bosse Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc sowie Trainer Peter Bosz haben sich nicht erpressen lassen, weder vom Spieler, noch vom Verhandlungspartner. Sie sind keinen Millimeter von ihrer Linie abgerückt.

Dembele zu suspendieren war sportlich gesehen die einzig richtige Entscheidung, was die durchgängig kritischen Aussagen der Spieler über Dembeles Verhalten belegen. Wäre der Deal doch noch geplatzt, hätte die Wiedereingliederung Dembeles in die Mannschaft die sportliche Entwicklung unter Bosz nachhaltig behindert.

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Dembeles Wert hat sich verzehnfacht

Auch in den Gesprächen mit Barca ist der BVB hart geblieben. In der wirren Beziehung zwischen Spieler, dessen Berater und den verhandelnden Klubs sitzt der den Spieler abgebende Verein meistens am kürzeren Hebel. Dortmund hat aber nicht zum ersten Mal bewiesen, dass man den Spieß auch umdrehen kann.

Als Robert Lewandowski 2014 zum FC Bayern wechseln wollte, bestand der BVB auf die Erfüllung des Vertrages. Zwar entging der Borussia dadurch eine Ablösesumme, doch es war ein Zeichen gegen die Willkür von Spielern und Beratern und für die Relevanz von bestehenden Arbeitsverträgen.

Durch ihr kluges Pokerspiel haben Watzke und Zorc den Preis von Dembele innerhalb eines Jahres verzehnfacht! Sportlich ist der Verlust von Dembele für den BVB schwer aufzufangen. Aber Dortmund hat auch in dieser Hinsicht in den letzten Jahren einige clevere Entscheidungen getroffen.

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