Das Dembele-Theater muss Konsequenzen haben

Der erzwungene Wechsel von Ousmane Dembele von Borussia Dortmund zum FC Barcelona sollte Konsequenzen haben

147 Millionen Euro. So viel kassiert Borussia Dortmund jetzt also im Idealfall vom FC Barcelona für Ousmane Dembele. 105 davon sicher, weitere 30 Millionen sind nach übereinstimmenden Medienberichten nahezu garantiert.

Mit der Absurdität dieser Zahlen hat man sich inzwischen ja fast schon abgefunden. Ein 20-Jähriger mit zwei Jahren Profi-Erfahrung ist jetzt also der zweitteuerste Spieler der Fußballgeschichte.

Nach dem Neymar-Deal war es nur eine Frage der Zeit, bis das Geld im geschlossenen Wirtschaftskreislauf Fußball wieder auftaucht.

Der große Hai Barcelona frisst den kleineren Hai BVB, nachdem ihm vom gedopten Hai Paris St.-Germain einer der besten Spieler abgejagt wurde.

Auch die Dortmunder werden Teile des Geldes wohl noch weiterreichen und ihrerseits bei einem "kleineren" Verein zugreifen. Und Elton John singt dazu "The Circle of Life".


Trotzdem sollte der Dembele-Transfer ein paar grundsätzliche Fragen aufwerfen.

Nicht an die Dortmunder. Die haben aus einer ordentlichen Verhandlungsposition das Beste herausgeholt. Sie wussten, dass sie mit Dembele eines der größten Talente weltweit unter Vertrag hatten. Für weitere vier Jahre. Ohne Ausstiegsklausel.

Warum also das erste Angebot aus Barcelona akzeptieren?

Gefordert sind die Verbände, die das Mega-Geschäft Fußball steuern. Ein langfristig vertraglich gebundener Spieler erreicht mit Arbeitsverweigerung - meist in Form eines Trainingsstreiks - genau das, was er will: vorzeitig seinen Verein zu verlassen.

Auch der ebenfalls von Barca umworbene Philippe Coutinho leidet in Liverpool neuerdings verdächtig oft an Leistungszerrungen und hat in dieser Saison noch nicht mitgemacht. Diego Costa will seinen Wechsel vom FC Chelsea zu Atletico Madrid erzwingen. Und so weiter.


So schön das ganze Theater auch für uns Medien ist, aus sportlicher Sicht kann es nur eine Konsequenz geben: Mehr Regulierung für den Transfermarkt!

Das Transferfenster sollte schon zum 31.7. schließen, sodass Trainer, Spieler und die Fans zum Saisonstart wissen, mit welchen Spielern es in die Saison geht.

Bei den Vereinsbossen findet schon ein Umdenken statt.

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern, Karl-Heinz Rummenigge, forderten zuletzt ein kürzeres Öffnen des Transferfensters und eine Gehaltsobergrenze für die Fußballbranche. In England wurden zuletzt ähnliche Stimmen laut.

Es ist wohl die einzige Chance, jenen Vereinen beizukommen, die sich nicht aus sich selbst heraus finanzieren müssen und aktuell die Irrsinnssummen in den Fußballmarkt spülen.