Nach Demütigung: Heinevetter vernichtet Füchse

Sportinformationsdienst (SID)

Der Tabellenführer wurde nicht nur entthront, er erlebte ein Debakel.

Nach der 23:37-Niederlage im Spitzenspiel der Handball-Bundesliga bei den Rhein-Neckar Löwen waren die Füchse Berlin restlos bedient. 

Trainer Velimir Petkovic nahm kein Blatt vor den Mund. "Das ist das Schlimmste, was ein Trainer erleben kann. Ein regelrechtes Debakel." Manager Bob Hanning meinte: "Wir hatten zu keiner Zeit Zugriff auf das Spiel. So darf man nicht auftreten."

Schon nach sieben Minuten hieß es 1:4 aus Sicht der Hauptstädter, bei denen der gesperrte Torjäger und Spielmacher Petar Nenadic an allen Ecken und Enden vermisst wurde. Das erste Feldtor markierte Mattias Zachrisson nach fast zehn Minuten. Am Ende erreichte nur Nationalspieler Fabian Wiede mit sieben Treffern Normalform.

Heinevetter: "Eine Offenbarung" 

"Das war eine komplette Offenbarung - in allen Bereichen", fand auch Schlussmann Silvio Heinevetter klare Worte und forderte für die kommenden Aufgaben eine bessere Einstellung: "Das war eine heftige Nummer. Wir dürfen uns nicht so abschlachten lassen."

Bei den Löwen herrschte indes gleich doppelte Freude: Nach dem klaren Sieg des Titelverteidigers gab Meistertrainer Nikolaj Jacobsen ein klares Bekenntnis zum Klub ab. "Ich bleibe hier bis 2019, zu 100 Prozent", sagte der Däne, der im Zweitjob noch Trainer der dänischen Nationalmannschaft ist.

"Ich habe vielen Leuten mein Wort gegeben, meinen Spielern, dem Verein und unseren Fans", sagte der Meistertrainer von 2016 und 2017.

Die Rhein-Neckar-Zeitung hatte im Vorfeld berichtet, Jacobsen wolle die Doppelbelastung nicht mehr, werde im Sommer seinen Job in Mannheim quittieren. "Wenn ich irgendwo aufhöre, dann bestimmt nicht hier", stellte der langjährige Linksaußen des THW Kiel (1998 bis 2004) klar.

Zur Pause war das Spiel entschieden

Gegen den erschreckend schwachen Tabellenführer aus der Hauptstadt zeigte der Titelverteidiger von Beginn an eine starke Leistung. Schon zur Halbzeit lag der neue Spitzenreiter mit neun Toren vorn. "Diesen Ausgang haben wir uns vielleicht in den kühnsten Träumen erhofft", meinte Hendrik Pekeler.

Auch nach dem Wechsel lief es für die Gastgeber wie am Schnürchen. Vor allem mit ihren schnellen Gegenstößen brachten die Löwen die Gäste immer wieder in Not. Bester Werfer war Linksaußen Gudjon Valur Sigurdsson mit zehn Toren. Am Ende war der Jubel über die Herbstmeisterschaft groß.

"Jetzt freuen wir uns auf das nächste Spitzenspiel", sagte Petersson mit Blick auf den Heimkracher am Donnerstag gegen Vizemeister SG Flensburg-Handewitt.