Delta-Variante breitet sich weiter aus: schon über 20 Prozent der Fälle in Hessen kommen von der Mutation

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Die Inzidenz in Deutschland sinkt, die Impfrate steigt. Trotzdem ist die Corona-Pandemie noch längst nicht überstanden. Im täglichen Lagebericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) heißte es: „Der Anteil der besorgniserregenden Variante B.1.617.2 (Delta) nimmt in Deutschland zu.“ In Bayern hat sich die Zahl der Infektionen mit der Delta-Variante innerhalb einer Woche verdoppelt, in einzelnen Laboren in Bayern betrage der Anteil der Delta-Variante bereits 25 Prozent, berichtet der „Merkur“.

Auch in Hessen ist die Variante auf dem Vormarsch. „Wir haben doch deutliche Anzeichen, dass Delta auch in Hessen mittlerweile schon über 20 Prozent der Fälle dominiert“, sagte Landesgesundheitsminister Kai Klose (Grüne) am Dienstag bei einer Pressekonferenz.

Drosten: Inzidenz wird im Herbst wieder steigen

Virologe Christian Drosten betonte daher in seinem Podcast „Coronavirus-Update“, wie wichtig es sei, nun schnell möglichst viele Menschen zu impfen. Er legte sich nicht fest, ob es wegen der Ausbreitung der Delta-Variante bereits im Sommer oder erst im Herbst zu einer Trendumkehr kommen könnte. Im Herbst werde die Inzidenz auf jeden Fall wieder steigen, sagte Drosten und betonte die Wichtigkeit der Impfung bei Eltern von Schulkindern.

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, forderte, stärker auf „Impfskeptiker und Impfleugner“ zuzugehen. „Wenn wir nicht auch einen Teil dieser Gruppe vom Sinn der Impfung überzeugen, werden wir die Herdenimmunität nicht erreichen“, sagte Montgomery dem Redaktionsnetzwerk Deutschland am Mittwoch. Mit Blick auf die Delta-Variante erklärte er: „Wer sich nicht impfen lässt, wird sich früher oder später mit dem Coronavirus infizieren.“

In Ländern wie Großbritannien und Israel, die durch ihre schnellen Impfkampagnen Schlagzeilen machten, breitet sich Delta nun verstärkt aus. So macht die Variante in England nun 96 Prozent der untersuchten Fälle aus. In England haben bereits 78,4 Prozent die Erstimpfung erhalten und 55,9 Prozent sind vollständig geimpft. Auch in Israel sind beinahe 60 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Hier war es vergangene Woche zu einem Massenausbruch an einer Schule gekommen.

hr/dpa

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