Dell prüft den eigenen Verkauf an VMware


Vor vier Jahren hatte Michael Dell den PC-Hersteller, der seinen Namen trägt, von der Börse genommen. Diese Phase könnte bald zu Ende sein. Einem Bericht des TV-Senders CNBC zufolge, plant Dell dazu ein außergewöhnliches Manöver: einen sogenannten „Reverse Merger“ (in etwa: umgekehrte Übernahme). Dadurch würde Dell in den Cloud-Computing-Anbieter VMware eingegliedert. VMware ist 60 Milliarden Dollar wert und gehört zum größten Teil Dell. Der Sender stützt seinen Bericht auf Aussagen von Personen, die mit den Plänen vertraut seien.

Die Aktie von VMware stürzte nach Bekanntwerden des Plans um mehr als sieben Prozent auf 138,33 Dollar ab. Allerdings hatte das Papier in den Vorwochen deutlich zugelegt. Vor einem Jahr notierte die Aktie bei etwas mehr als 85 Dollar.

Der Deal würde dem Bericht zufolge so ablaufen, dass VMware den Dell-Konzern offiziell übernimmt. Danach könnte Dell dann an die Börse gebracht werden, ohne ein kompliziertes offizielles Börsengangverfahren anstrengen zu müssen. Die Übernahme könnte laut CNBC die größte Übernahme der Technologiebranche aller Zeiten sein.

Bereits in den vergangen Tagen kursierten Gerüchte, dass Dell zurück an die Börse drängt: Grund ist der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge die Steuerreform von US-Präsident Donald Trump: Diese erschwere es Dell, Schulden in Höhe von fast 50 Milliarden Dollar zu bedienen, weil nur noch ein kleiner Teil der Zinszahlung von der Steuer abgezogen werden können.

Das trifft Dell hart, da das Unternehmen seit Jahren Verluste schreibt. Mit einem Börsengang könnte Dell sein Eigenkapital stärken und Schulden abtragen.