Delivery Hero: Kurs schwankt nach IPO – Sorgenfalten bei Rocket Internet

Nikolas Kessler
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Chart-Check Rocket Internet: Kaufsignal! Jetzt einsteigen?

Der Essens-Lieferdienst Delivery Hero ist am Freitag solide an der Börse gestartet. Der erste Kurs lag mit 26,90 Euro deutlich über dem Ausgabepreis von 25,50 Euro. Statt Erleichterung herrscht bei Großaktionär Rocket Internet allerdings Sorge wegen dem nächsten Beteiligungs-IPO.

Zwar hatte eine mehrfache Überzeichnung und der Festlegung des Emissionspreises am obersten Ende der anvisierten Spanne von 22,00 bis 25,50 Euro bereits auf ein großes Interesse an den Papieren von Delivery Hero hingedeutet. Trotzdem war es bis zuletzt spannend.

Der durchwachsene Gesamtmarkt und die anhaltende Schwäche der Tech-Werte im Allgemeinen hatten zuletzt Bedenken am Erfolg des IPOs genährt. Auch der Börsengang der Restaurantkette Vapiano am Dienstag konnte im Vorfeld kaum positive Impulse setzen.

Zudem ist Delivery Hero zu einer durchaus sportlichen Bewertung von rund 4,4 Milliarden Euro an die Börse gegangen. Dies entspricht in etwa dem Börsenwert von Hugo Boss, K+S oder Stada – im Gegensatz zu den drei MDAX-Werten schreibt der Essens-Lieferdienst allerdings noch rote Zahlen.

Dennoch ist dem Unternehmen ein solides Börsendebüt gelungen, auch wenn der Kurs nach einem anfänglichen Zeichnungsgewinn nun um den Ausgabepreis pendelt. Insgesamt beläuft sich das Volumen des Börsengangs auf fast eine Milliarde Euro, rund die Hälfte davon fließt Delivery Hero zu. Das frische Kapital soll zur Tilgung von Schulden und in den Ausbau des operativen Geschäfts investiert werden.

Sorge um Hello Fresh belastet

Die Start-up-Schmiede Rocket Internet hat ihren Anteil an Delivery Hero im Zuge des IPOs von bisher 35,7 auf 25,7 Prozent gesenkt. Zwar ist es nach dem Verkauf der restlichen Lazada-Anteile an Alibaba bereits das zweite Mal, dass in dieser Woche die Kasse klingelt und ein dreistelliger Millionen-Betrag zufließt – die Rocket Aktie ist aber trotzdem deutlich unter Druck.

Sorge bereitet den Anlegern, dass der US-Kochboxen-Anbieter Blue Apron die Preisspanne für sein IPO deutlich senken musste und am gestrigen Donnerstag mit 10,00 Dollar pro Aktie schließlich am untersten Ende der Spanne an die Börse gegangen ist. Dies wird als schlechtes Vorzeichen für die Rocket-Beteiligung Hello Fresh gewertet, die ein ganz ähnliches Geschäftsmodell verfolgt und ebenfalls als heißer Kandidat für einen Börsengang noch in diesem Jahr gehandelt wird.

Keine Entspannung für Rocket

Die Hoffnung auf einen deutlichen Befreiungsschlag für die angeschlagene Rocket-Aktie hat sich bislang nicht erfüllt, Anleger brauchen also weiter Geduld. Trübt sich die Lage weiter ein, sollten der Stopp bei 17,50 Euro im Auge behalten werden.