Delivery Hero soll bei Gorillas einsteigen

·Lesedauer: 2 Min.
Gorillas-CEO Kagan Sümer (l.) ist auf der Suche nach Kapital. Delivery-Hero-Chef Niklas Östberg hat genug davon.
Gorillas-CEO Kagan Sümer (l.) ist auf der Suche nach Kapital. Delivery-Hero-Chef Niklas Östberg hat genug davon.

Zukäufe und die Expansion in neue Märkte haben beim Essenslieferdienst Delivery Hero auch im ersten Halbjahr für tiefrote Zahlen gesorgt: Unter dem Strich machte der deutsche Dax-Konzern in den ersten sechs Monaten einen Verlust von mehr als 918 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Doch jetzt die Überraschung: Wie das Manager Magazin berichtet, will Delivery Hero in den 10-Minuten-Lieferservice Gorillas investieren. Insidern zufolge steht Delivery Hero derzeit in den finalen Verhandlungen. Auf Nachfrage von Gründerszene gab Delivery Hero an, Marktgerüchte nicht zu kommentieren. CEO Niklas Östberg soll dem Medienbericht zufolge planen, rund 200 Millionen Euro in Gorillas zu investieren und später weitere 200 bis 400 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Auch bestehende Investoren, darunter der chinesische Internetgigant Tencent und der US-Hedgefonds Coatue Management, wollen sich anscheinend mit einer Zwischenfinanzierung an der Runde beteiligen. Die beiden Kapitalgeber machten Gorillas im Frühjahr zum Unicorn. Ein Notartermin soll bereits für diesen Freitag geplant sein.

Deal zwischen Gorillas und Doordash sind gescheitert

Gorilla-Chef Kagan Sümer war erst vor Kurzem noch in Gesprächen mit dem US-Lieferdienst Doordash, der in den deutschen Markt vordringen will. Die Verhandlungen sind laut Medienberichten aber gescheitert. Zwar habe es eine Absichtserklärung beider Firmen gegeben, allerdings habe man sich letztlich nicht auf eine gemeinsame Strategie einigen können. Dem Magazin The Telegraph zufolge habe Doordash gefordert, Gorillas solle seine Expansion in den USA verlangsamen und sich stattdessen darauf konzentrieren, die Verluste in den europäischen Märkten zu verringern.

Im Frühjahr noch habe Gorillas-CEO Sümer eine Bewertung von etwa fünf Milliarden Euro (sechs Milliarden Dollar) angepeilt. Zu dem Zeitpunkt sei die Summe gerechtfertigt gewesen, sagen Branchenkenner. Vor allem durch den Bieterwettbewerb unter den VCs. Zu diesem Zeitpunkt war auch noch Softbank in Gesprächen mit Gorillas. Die Japaner entschieden sich jedoch gegen ein Investment, weitere Player drängten auf den Markt und Gorillas hatte mit einem Kundenrückgang und Protesten einiger ihrer Fahrer zu kämpfen. Mittlerweile hoffe der Unicorn-Chef auf eine Bewertung von gut zwei Milliarden Euro, heißt es aus Unternehmenskreisen – immer noch doppelt so viel wie nach der Unicorn-Runde aus dem März.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.