DEL: Halbfinale: München und Berlin gehen in Führung - Pinizzotto droht Sperre

Meister Red Bull München und Rekordchampion Eisbären Berlin sind mit Heimsiegen in das Playoff-Halbfinale der Deutschen Eishockey Liga gestartet. Gegen den Münchener Steven Pinizzotto könnte nach einem Bodycheck nun ermittelt werden.

Meister Red Bull München und Rekordchampion Eisbären Berlin sind mit Heimsiegen in das Playoff-Halbfinale der Deutschen Eishockey Liga gestartet. Gegen den Münchener Steven Pinizzotto könnte nach einem Bodycheck nun ermittelt werden.

Der Titelverteidiger setzte sich gegen die Adler Mannheim mit 4:2 (2:1, 1:1, 1:0) durch. Die Berliner bezwangen die Nürnberg Ice Tigers zum Auftakt der best-of-seven-Serie 5:1 (1:0, 1:1, 3:0).

Maximilian Kastner (6.), Olympia-Silbermedaillengewinner Dominik Kahun (20.) und Kapitän Michael Wolf (26./55.) trafen vor 5870 Zuschauern für die Münchner. Bei den Gästen waren Christoph Ullmann (13.) und Luke Adam (26.) erfolgreich.

Pinizzotto streckt Plachta nieder

Überschattet wurde der Auftakt von einer unfairen Aktion des Münchners Steven Pinizzotto. Der Deutsch-Kanadier streckte Matthias Plachta mit einem Ellbogencheck gegen den Kopf zu Boden.

Der Olympia-Zweite wurde benommen vom Feld geführt und konnte nicht weiterspielen. Pinizzotto erhielt nur eine Zweiminutenstrafe.

Mannheim-Coach: Schiedsrichterleistung inakzeptabel

Für Mannheims Coach Bill Stewart war das nicht der einzige Fehler der Schiedsrichter: "Die Aufgabe eines Trainers ist es, seine Spieler zu schützen. Auch die Schiedsrichter haben diese Aufgabe. Sie sollen das Spiel sauber halten. Dass in einer Begegnung zweier Mannschaften Emotionen mitschwingen, ist normal und das soll auch so sein. Aber bei den Schiedsrichtern heute herrschte das totale Chaos, von der ersten bis zur letzten Minute. Die Schiedsrichterleistung war inakzeptabel und für eine Profiliga unangemessen."

Vor möglichen Konsequenzen nach seiner Kritik habe er keine Angst: "Diese Liga wurde durch den Gewinn der Silber-Medaille bei Olympia stolz gemacht. Wenn man aber die Ereignisse von heute Abend sieht, ist das ein Witz. Mir ist es egal, ob ich dafür eine Strafe bekomme. Es ist mein Job, meine Spieler zu schützen."

Adler wollen Ermittlungsverfahren gegen Pinizzotto einleiten lassen

Die Adler Mannheim haben also Reaktion auf den Check bei der DEL einen Antrag für ein Ermittlungsverfahren gegen Pinizzotto eingereicht, wie Pressesprecher Adrian Parejo am Freitag gegenüber Sport1 erklärte.

"Pinizzotto hat bewusst versucht, einen unserer Topscorer vorsätzlich zu verletzen und aus dem Spiel zu nehmen. Das lassen wir nicht auf uns sitzen", sagte Adler-Gesellschafter Daniel Hopp am Freitag.

Der DEL-Disziplinarausschuss unter Vorsitz des Ex-Nationalspielers Tino Boos prüft parallel auch Pinizzottos Verhalten auf der Strafbank. Der Deutsch-Kanadier hatte Plachta mit einer verhöhnenden Geste bedacht, die offenbar ausdrücken sollte, der Mannheimer habe sich schlafen gelegt. Nach dem üblen Check gegen den Kopf, für den Pinizzotto nicht einmal eine Zweiminutenstrafe kassierte, hatte Plachta minutenlang benommen auf dem Eis gelegen, ehe ihn Betreuer und sogar der Münchner Profi Konrad Abeltshauser vom Eis begleiteten.

Über den Gesundheitszustand des Silbermedaillengewinners von Pyeongchang wollten die Mannheimer am Freitag "keine Wasserstandsmeldungen" abgeben. Der Stürmer befand sich jedoch nicht im Krankenhaus und wurde im Umfeld der Adler näher untersucht. Ein Einsatz im zweiten Duell der best-of-seven-Serie am Samstag in Mannheim ist jedoch fraglich.

Eisbären Berlin gingen früh in Führung

Im anderen Halbfinale erwischten die Berliner einen perfekten Starte gegen die Ice Tigers. Nationalspieler Frank Hördler, einer der Silber-Helden von Pyeongchang, brachte den Hauptrundenzweiten in der 5. Minute in Führung.

Mitte des zweiten Drittels legte Nicholas Petersen (30.) vor 13.807 Zuschauern nach. Im Powerplay verkürzte Silbermedaillengewinner Yasin Ehliz (37.) für die Ice Tigers. Doch Jamison MacQueen (50.), Louis-Marc Aubry (59.) und erneut Petersen (60.) sorgten für klare Verhältnisse.

Die zweiten Spiele der Halbfinal-Serien finden am Ostersamstag in Nürnberg (16.30 Uhr im LIVETICKER) und Mannheim (19 Uhr im LIVETICKER) statt.

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