Union Invest für Spohr im Munich-Re-Gremium - trotz Deka-Schelte

Stephan Kahl

(Bloomberg) -- Der Munich-Re-Investor Union Investment hat sich am Dienstag für die geplante Wahl von Lufthansa-Chef Carsten Spohr in den Aufsichtsrat des Rückversicherers ausgesprochen. Die DekaBank jedoch ist dagegen, dass er in das Gremiun einzieht.

Union Investment werde bei der virtuellen Hauptversammlung der Munich Re am Mittwoch für Spohr stimmen, erklärte Vanda Heinen, Corporate-Governance-Expertin bei Union Investment, am Dienstag gegenüber Bloomberg. “Da es Spohrs einziges Aufsichtsratsmandat neben seiner Rolle als Lufthansa-Chef ist, sehen wir das unkritisch”, sagte sie.

Ihr Kollege Ingo Speich von der Deka Investment hatte hingegen am Montag erklärt, die Annahme eines Aufsichtsratsmandats sei unverantwortlich. “Die Deutsche Lufthansa steht mit dem Rücken zur Wand und erfordert auch über die derzeitige Krise hinaus die volle Aufmerksamkeit von Herrn Spohr als CEO. Zudem hat Herr Spohr kürzlich noch zusätzlich zentrale Aufgaben des Finanzvorstands der Lufthansa übernommen”, sagte er.

Laut Speich fehle nicht nur die Zeit für die Wahrnehmung des Mandats, sondern auch die Zeit zur Einarbeitung in das “komplexe Rückversicherungsgeschäft, um fundierte Entscheidungen überhaupt erst treffen zu können”.

Sprecher von Munich Re und Lufthansa wollten zu Wochenbeginn zu der Personalie keinen Kommentar gegenüber Bloomberg abgeben.

Die Lufthansa steckt wegen der Coronapandemie in einer tiefen Krise. Viele Flugzeuge stehen am Boden. Informierten Kreisen zufolge verhandelt die Airline über Staatshilfen.

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