Sie deckte ein dunkles Kapitel des deutschen Sports auf

Sie deckte ein dunkles Kapitel des deutschen Sports auf
Sie deckte ein dunkles Kapitel des deutschen Sports auf

Sie erhob als eine der ersten Sportlerinnen ihre Stimme gegen Dopingmissbrauch - und erwarb sich mit der Mission ihres Lebens bleibende Verdienste.

Brigitte Franke-Berendonk deckte mit ihrem Ehemann Werner Franke das Staatsdoping in der DDR auf, ging in die Geschichte ein als Pionierin, die viel Gegenwind aushalten musste.

Am heutigen Montag wird sie 80 Jahre alt.

Franke-Berendonk schleuste hochbrisante Dokumente aus DDR-Gebäuden

Ihr Meisterstück gelang Franke-Berendonk und dem Heidelberger Molekularbiologen Werner Franke nach der Wiedervereinigung. Das Paar schleuste hochbrisante Dokumente aus dem Tresorraum der Nationalen Volksarmee in Bad Saarow, bevor die Papiere im Reißwolf landeten.

Die „vertraulichen Verschlusssachen“ in den Händen der „ehrenwerten und gewissenhaften Quälgeister“ (FAZ) brachten das Staatsdoping der DDR ans Licht, 1991 aufgeschlüsselt in dem weltweit beachteten Buch „Doping-Dokumente. Von der Forschung zum Betrug“.

Erschreckende Beobachtungen bei Olympia 1968

Die 1942 in der Nähe von Eisenach geborene und im Kalten Krieg in den Westen geflüchtete Berendonk kommt aus dem Sport, gewann ihre ersten Erkenntnisse aus dem Inneren des Hochleistungsbetriebs. Sie war für die Bundesrepublik zweimal als Diskuswerferin bei Olympischen Spielen dabei und erhob als Aktive ihre Stimme gegen Funktionäre und Sportmediziner.

„Züchten wir Monstren?“, fragte sie 1969 in einem Artikel für Die Zeit. Ihre Beobachtungen bei den Sommerspielen 1968 in Mexiko-Stadt hatten sich ihr eingebrannt. Sie schilderte: „Nahezu alle Zehnkämpfer der Weltklasse nehmen die Pille, 90 Prozent der Werfer, Stoßer und Gewichtheber, etwa die Hälfte der Springer und Sprinter, und auch bei den Ruderern, Schwimmern und Mannschaftsspielern wird sie immer beliebter.“

Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde sie 1977 durch ein Streitgespräch im ZDF-Sportstudio mit dem damals als unbelastet geltenden und später schwer in Verruf geratenen Freiburger Sportmediziner Joseph Keul. Später verstummte sie und überließ ihrem Mann die öffentlichen Auseinandersetzungen. Beide bekamen für ihren Anti-Doping-Kampf 2004 gemeinsam das Bundesverdienstkreuz verliehen.

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