Deal geplatzt – doch kein Geld für das DHDL-Startup Fitoaty

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Food-Gründerin Christina Schwarz (30) hat Meisterschaften im Bodybuilding gewonnen.
Food-Gründerin Christina Schwarz (30) hat Meisterschaften im Bodybuilding gewonnen.

Eigentlich investiert Einzelhandelskönig Ralf Dümmel gerne in Startups, die Lebensmittel anbieten. An ein Kühlprodukt wagte sich der Food-Experte aber nicht heran: eine Bowl aus Haferflocken, Chiasamen und Früchten. In der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ stellte Gründerin Christina Schwarz ihr Fertig-Frühstück vor. Fitoaty hat sie die Bowls genannt und alle Löwen waren vom Geschmack begeistert. Während Dümmel und die anderen Juroren allerdings sofort abwinkten, weil sie die Herausforderungen der Kühlkette nicht eingehen wollten, ließ sich Nils Glagau davon nicht stören und sagte zu. Für 20 Prozent an dem neuen Aalener Startup wollte er 80.000 Euro zahlen.

Aus dem Versprechen wurde aber nichts, wie Gründerszene erfahren hat. „Nach der Show hat sich im Verlauf intensiver Gespräche zwischen Christina und Nils ergeben, dass beide Parteien unterschiedliche Strategierichtungen verfolgen, sodass letztlich doch keine Beteiligung zustande kam“, so eine Sprecherin. Gründerin Schwarz bestätigte dies und wollte dem Statement auf Gründerszene-Nachfrage nichts beifügen.

Vom Instagram-Kanal zum fertigen Produkt

Die Idee für die Frühstücksbowl sei der Bodybuilderin vor etwa drei Jahren gekommen. Nachdem Schwarz jahrelang an einer Essstörung litt und untergewichtig war, fing sie mit Fitness an, sagt sie. Sie startete 2018 Fitoaty, aber als Instagram-Kanal, auf dem sie Rezeptideen und Bilder mit bunten Haferflocken-Menüs veröffentlichte. Zu dem Zeitpunkt studierte die Gründerin gerade BWL mit Schwerpunkt Startup-Management. Irgendwann füllte sie ihr Chia-Oatmeal in drei Geschmacksrichtungen im Glas ab und bewarb sich bei „Die Höhle der Löwen“.

Den Haferflockenbrei stellt das Startup im sogenannten HPP-Verfahren mit Druck her, anstatt wie ihn sonst üblich mit Hitze haltbar zu machen. So werden die Zutaten und Nährstoffe schonender behandelt, allerdings müssen die Waren dann auch kühl gelagert werden. Diese Art der Konservierung wird vor allem von jungen Unternehmen genutzt, altbewährte wie etwa der Babybreihersteller Hipp setzen nach wie vor auf das Erhitzen.

Seit diesem Monat ist das Fitoaty-Produkt auf dem Markt, nennenswerte Umsätze hat die baden-württembergische Gründerin demnach noch nicht erwirtschaftet. In ihrem Onlineshop verkauft sie sechs Becher für rund 24 Euro. Im Einzelhandel ist der Pudding noch nicht erhältlich.