Deal mit Finanzinvestor: ProSiebenSat.1 verkauft Online-Reisebüro - Aktie mit Kaufsignal

Nikolas Kessler
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ProSiebenSat.1: Am Mittwoch wird es ernst

ProSiebenSat.1 hat einen Käufer für das Online-Reisebüro Etraveli gefunden. Der Finanzinvestor CVC wird sämtliche Anteile übernehmen, wie ProSieben am Dienstag bestätigte. Die strategische Prüfung des verbliebenen Reisegeschäfts geht indes weiter.

Bei dem Deal wird Etraveli mit 508 Millionen Euro bewertet – ein satter Aufschlag, denn ProSiebenSat.1 selbst hatte das Online-Reisebüro erst im November 2015 zu einem Unternehmenswert von 235 Millionen Euro erworben. Dass sich der Wert innerhalb von rund eineinhalb Jahren mehr als verdoppelt hat, sei vor allem auf die gemeinsame Wachstumsstrategie mit dem Fokus auf die Internationalisierung des Etraveli-Geschäfts gewesen, heißt es in einer Pressemitteilung von ProSiebenSat.1. Umsatz und Ergebnis seien in diesem Zeitraum signifikant gesteigert worden.

Den Erlös aus dem Etraveli-Verkauf will ProSieben in weiteres Wachstum reinvestieren. So seien Akquisitionen in den Bereichen Digital Entertainment, Commerce und Content Production sowie die Übernahme von Minderheitsanteilen an bereits bestehenden Portfolio-Gesellschaften vorgesehen. Zudem setzt das Unternehmen den Review-Prozess des übrigen Reisegeschäfts fort – weitere Verkäufe bis hin zur Auflösung der Sparte sind also möglich.

Vorbehaltlich der Zustimmung der zuständigen Kartellbehörden soll der Verkauf im dritten Quartal 2017 erfolgen. Wie sich die Entkonsolidierung von Etraveli sowie der Ausgang des strategischen Reviews und mögliche Zukäufe auf die mittelfristigen Finanzziele bis 2018 auswirken, will ProSiebenSat.1 am 6. Dezember im Rahmen des Capital Markets Day bekanntgeben.

Top-Gewinner & Kaufsignal

Unterstützt von der Meldung über den Etraveli-Verkauf kann die ProSieben-Aktie am Dienstagvormittag mehr als zwei Prozent zulegen und ist damit der Top-Gewinner im DAX. Mit der Rückeroberung der 200-Tage-Linie hat der Kurs zudem ein neues Kaufsignal erzeugt.

Richtig spannend wird aus charttechnischer Sicht allerdings erst oberhalb des Widerstands im Bereich der 40-Euro-Marke: Dort verläuft der langfristige Abwärtstrend, in dem sich die Aktie seit ihrem Hoch von Ende November 2015 befindet. Im Bereich von 41,60 Euro befindet sich zudem ein deutlicher Widerstand, an dem der Kurs in den vergangenen zwölf Monaten mehrmals gescheitert war. Erst oberhalb dieser beiden Marken würde sich das Chartbild wieder deutlich aufhellen.

Aktie halten

DER AKTIONÄR ist nach wie vor überzeugt, dass ProSiebenSat.1 mit seiner Digitalstrategie auf dem richtigen Weg ist. Entsprechend können investierte Anleger dabei bleiben. Neueinsteiger sollten indes die charttechnische Erholung abwarten.