Deal abgeschlossen: Disney übernimmt 21st Century Fox – das ändert sich nun

Victoria Timm
Freie Autorin für Yahoo Kino
Disney-CEO Bob Iger will mit der Fox-Übernahme weiter im Streaming-Geschäft aufsteigen. (Bild: Chip Somodevilla/Getty Images)

Seit Monaten wurde gefeilscht, nun ist es offiziell: Die Walt Disney Company hat 21st Century Fox aufgekauft. Damit sichert sich das Unternehmen nicht nur die Rechte an einigen Mega-Franchises, sondern baut auch sein Streaming-Geschäft aus.

Stolze 71 Milliarden Dollar (63 Milliarden Euro) hat Disney nun für Fox bezahlt – fast 20 Milliarden Dollar (18 Milliarden Euro) mehr als zum ersten Zeitpunkt der Übernahmeüberlegungen 2017 ursprünglich geplant. Neben dem 20th-Century-Fox-Filmstudio gehört Disney jetzt auch die Fox Television Group, die das Fernsehgeschäft abdeckt.

Ausbau zum Unterhaltungsgiganten

“Dies ist ein außergewöhnlicher und historischer Moment für uns – einer, der unserem Unternehmen und unseren Aktionären einen langfristigen Wert verschaffen wird”, erklärt Disney-CEO Bob Iger in einer Pressemitteilung. “Durch die Kombination kreativer Inhalte und bewährter Talente von Disney und 21st Century Fox entsteht ein herausragendes globales Unterhaltungsunternehmen, das gut positioniert ist.”

Mit “X-Men: Dark Phoenix” erscheint am 6. Juni 2019 die Fortsetzung von “X-Men: Apocalypse” (2016). (Bild: ddp Images/INTERTOPICS/LMKMEDIA Ltd.)

Die Übernahme von Fox hat für die Walt Disney Company weitreichende Folgen: Der Konzern besitzt nun die Rechte an erfolgreichen Franchises wie “Avatar” (für den Regisseur James Cameron bereits vier Sequel-Filme geplant hat), “X-Men” (für den nach dem bald erscheinenden “Dark Phoenix” schon weitere Spin-Offs im Gespräch sind) sowie den TV-Serien “Die Simpsons” und “Family Guy”, die beide jüngst um neue Staffeln verlängert wurden.

Deadpool im Marvel Cinematic Universe?

Für Marvel-Fans dürfte die Frage spannend werden, ob Disney nun Franchises wie “X-Men”, “Fantastic Four” und “Deadpool” in das konzerneigene Marvel-Universum einführen wird. Zumindest für Letzteren stehen die Chancen auf eine Integration ins Marvel Cinematic Universe eher schlecht, da der vorlaute Anti-Held nicht der familienfreundlichen Ausrichtung des Konzerns entspricht. Dass die “Fantastic Four” irgendwann auf der Leinwand Seite an Seite mit den “Avengers” kämpfen, ist jedoch nicht ausgeschlossen, auch wenn es noch keine konkreten Pläne für ein derartiges Crossover gibt.

Der derbe Humor und die Gewaltexzesse von “Deadpool” passen nicht in das traditionelle Disney-Portfolio. (Bild: ddp Images/INTERTOPICS/PictureLux)

Ernsthafte Konkurrenz für Netflix

Was für den Disney-Konzern durch den Ausbau zum Unterhaltungsgiganten jedoch fast noch wichtiger sein dürfte als das Filmgeschäft ist der wachsende Einfluss in der Streaming-Branche: Mit der Übernahme von 21th Century Fox gehören dem Konzern nun 60 Prozent des Anbieters Hulu, der momentan nur in den USA und Japan aktiv ist. Experten gehen davon aus, dass CEO Iger sich noch mehr Anteile an der Plattform sichern und diese international, unter anderem in Europa, ausbauen will. Damit würde sich das Unternehmen zur ernstzunehmenden Konkurrenz für Netflix entwickeln.

Gleichzeitig bleibt der Plan zur Einführung des konzerneigenen Streaming-Dienstes Disney+ Ende dieses Jahres bestehen. Der Konzern könnte seine Inhalte so aufteilen und komplett von Netflix unabhängig werden: Die familienfreundlichen Inhalte könnten auf der eigenen Disney-Plattform angeboten werden, die eher an Erwachsene adressierten Angebote auf Hulu.

Deadpool und Homer Simpson heißen Disney willkommen

Während der Deal vollendet wurde, ließen bereits erste Fox-zugehörige Figuren von sich hören und hießen Disney auf ihre ganz eigene Weise willkommen. Ryan Reynolds postete ein Twitter von sich in der Rolle als Deadpool, wie er mit Micky-Maus-Ohren aus einem Schulbus winkt.


Fühlt sich an wie der erste Tag von ‘Pool.

Auch “Die Simpsons”-Produzent Al Jean grüßte mit einem Tweet, in dem Homer Simpson die berühmte Maus würgt, wie er es sonst mit seinem Sohn Bart macht, der sich zu freuen scheint, dass sein Vater es einmal auf jemand anderen abgesehen hat. Besser kann man seinen neuen Geschäftspartner doch kaum begrüßen.


Danke Fox und herzlich willkommen Disney!