De Gea, Courtois, Oblak oder Donnarumma? Real Madrids Torhütersuche

Geht es um die Nachfolge von Keylor Navas werden bei Real Madrid vor allem vier Namen genannt. Einen der Stars zu bekommen, ist allerdings keineswegs sicher.

Obwohl es während des Januar-Transferfensters bei Real ruhig zuging, beschert Florentino Perez, dem Präsidenten der Königlichen, eine Personalie schlaflose Nächte – der Torhüter. Es scheint sehr wahrscheinlich, dass in der kommenden Saison ein anderer Schlussmann zwischen den Pfosten steht als Keylos Navas, schließlich mangelt es nicht an Alternativen.

Eine neue Nummer Eins zu finden, war die erste und einzige Priorität, die der Klub im Winter verfolgte. Athletic Bilbaos Senkrechtstarter Kepa Arrizabalaga wurde zwar von Real gejagt, doch blieb den Basken schließlich treu, lehnte das Angebot ab und verlängerte seinen Vertrag bis 2025.

Diese Entscheidung beschert Costa Ricas Nationaltorhüter Navas weiterhin den Platz auf dem Schleudersitz zwischen den Pfosten der Königlichen. Nach der Weltmeisterschaft im kommenden Sommer wird er sich wohl damit abfinden müssen, mit einem der weltbesten Torhüter um seinen Platz zu konkurrieren.

Goal hat sich auf dem Torhütermarkt umgeschaut und prüft, welcher Keeper 2018/19 für Real Madrid in Frage kommt.

David de Gea

David de Gea Manchester United

Es gibt wahrscheinlich keinen Keeper, der länger mit den Königlichen in Verbindung gebracht wird als de Gea – gleichzeitig aber wohl auch niemanden, der schwerer zu bekommen ist. Er ist noch bis 2019 bei Manchester United unter Vertrag und die Red Devils setzen alles daran, das Arbeitspapier des spanischen Nationalkeepers zu verlängern.

Zudem besitzt der 27-Jährige keine Ausstiegsklausel und ist glücklich mit seiner Situation in Manchester. Trotzdem ist Perez ein großer Bewunderer de Geas und würde Berge versetzen, um ihn bei den Blancos zu sehen.

Zu seinen Vertragsgesprächen hält sich de Gea zwar stets bedeckt, doch entscheidend bei einer möglichen Verlängerung wird die Aussicht auf Titel bei United sein. Er ist nicht nach Manchester gewechselt, um Trostpreise wie im letzten Jahr zu gewinnen, in dem sein Team das Double aus Europa League und League Cup holte. Obwohl auch in der laufenden Spielzeit ein Triumph in der Premier League unmöglich scheint, schielt man in England auf den ganz großen Coup: die Champions League.

Sollten die Red Devils dort ihre Grenzen aufgezeigt bekommen und scheitern, könnte sich für Real eine Möglichkeit ergeben, de Gea loszueisen – auch wenn dafür mindesten 80 Millionen Euro nötig wären.

Thibaut Courtois

Thibaut Courtois Chelsea Arsenal

Wie de Gea steht auch Thibaut Coutois noch bis 2019 unter Vertrag und hat ebenfalls keine Ausstiegsklausel im Vertrag verankert. Eigentlich erwartete man bereits im vergangenen Herbst eine Vertragsverlängerung des belgischen Nationalkeepers, doch in den letzten Monaten ist es ruhig um die Zukunft des 25-Jährigen geworden.

Beim FC Chelsea ist man darauf erpicht, ihn langfristig an den Klub zu binden und Spekulationen um einen möglichen Wechsel endgültig zu beenden. Obwohl Courtois schon heute auf unglaublich hohem Niveau agiert, stehen ihm mit seinen 25 Jahre die besten Jahre noch bevor. Eine Vertragsverlängerung wäre für die Londoner also eine Art Hauptgewinn – wenngleich sie alles andere als einfach zu realisieren ist, denn auch die Verantwortlichen von Paris Saint-Germain sind große Fans des Belgiers. Persönliche Gründe sprechen zudem für eine Rückkehr nach Madrid.

In der Vergangenheit wurde Courtios Real Madrid bereits angeboten und wäre im Sommer wohl für eine Ablöse von rund 80 Millionen Euro zu haben. 

Jan Oblak

Jan Oblak Atletico Madrid

Der slowenische Nationalspieler hat in seinen ersten 100 LaLiga-Einsätzen für Atletico Madrid lediglich 54 Gegentreffer kassiert. Eine überragende Quote, die Torwartgrößen wie Victor Valdez, Coutrois oder Iker Casillas nicht annähernd erreichen konnten. Allein solche Zahlen beweisen, dass Oblak unbestritten die Klasse hat, auch bei Real zwischen den Pfosten zu stehen und das rot-weiße gegen das weiße Trikot zu tauschen.

Problem ist allerdings, dass Oblak noch bis 2021 beim Stadtrivalen Atletico unter Vertrag steht und eine Ausstiegsklausel von 100 Millionen Euro besitzt –bei Angeboten unter dieser Summe werden die Rojiblancos nicht gewillt sein, den Keeper abzugeben. Weiter arbeitet der Klub momentan sogar daran, den Vertrag mit ihm noch einmal zu verlängern.

Komplett unmöglich scheint ein Abgang des 25-Jährigen allerdings nicht, schließlich spielte er schon im vergangenen Sommer mit dem Gedanken, Madrid zu verlassen. Lediglich die Transfersperre und die damit verbundenen Probleme, einen Ersatzmann zu bekommen, sorgten dafür, dass ein Wechsel schnell vom Tisch war. Auch weil PSG scharf auf den Torhüter ist, könnte der Oblak-Poker im Sommer noch einmal Fahrt aufnehmen.

Gianluigi Donnarumma

Gianluigi Donnarumma Milan

Mit 18 Jahren ist das Wunderkind des AC Mailand der mit großem Abstand jüngste Keeper auf der Kandidatenliste der Madrilenen. Es gibt zwar keine Ausstiegsklausel im Vertrag des Teenagers, doch ein großes Problem sollte das nicht darstellen. Da Donnarummas Berater Mino Raiola alles andere als gut auf die Verantwortlichen der Mailänder zu sprechen ist und der Keeper aufgrund dubioser Verhandlungstaktiken bei den Fans der Rossoneri einen schweren Stand hat, scheint ein Wechsel im Sommer keineswegs ausgeschlossen.

Gerüchten zufolge ist Donnarumma nicht abgeneigt, schon bald zu einem der größten Klubs Europas zu wechseln, um große Titel zu gewinnen. In Mailand scheint das aktuell nicht möglich, da Milan auf dem besten Weg ist, die Qualifikation für die Champions League erneut zu verpassen.

Die Italiener wären bereit, den Keeper für schätzungsweise 80 bis 100 Millionen Euro abzugeben – auch, um die Auflagen des Financial Fair Plays zu erfüllen.

Unter Mithilfe von Kris Voakes, Nizaar Kinsella und Simone Gambino.