Dax schließt im Minus – Handelsstreit belastet weiter

Nach dem Treffen zwischen Donald Trump und Jean- Claude Juncker sind Zölle gegen europäische Autos erstmal vom Tisch. Anleger reagieren erleichtert.


  • Dax startet geschwächt in die neue Handelswoche.
  • Thyssen Krupp legt 3,8 Prozent zu.
  • Die Papiere von Lufthansa geben 2,2 Prozent nach.

Die wichtigsten Indizes im Überblick

Zum Auftakt der neuen Börsenwoche hat der Dax erneut nachgegeben. Der deutsche Leitindex startete mit 12.510 Punkten und damit 0,4 Prozent schwächer. Dem deutschen Leitindex machte abermals die drohende Verschärfung des Handelsstreits mit den USA zu schaffen.

Zu Handelsschluss notierte der Dax bei 12.548 Punkten und damit 0,1 Prozent im Minus. Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es um 0,17 Prozent runter auf 26.526 Punkte. Der TecDax notierte bei 2.886 Punkten und damit als einziger großer deutscher Index 0,25 Prozent im Plus. Der Euro Stoxx 50 als Leitindex der Eurozone verbuchte ein Minus von 0,17 Prozent.

Auslöser der aktuellen Verluste waren Börsianern zufolge die Trump-Drohungen mit zusätzlichen Strafzöllen auf chinesische Waren im Volumen von 500 Milliarden Dollar und von Sonderabgaben auf europäische Automobile.


Das sagen Analysten

„Da sich die Konfliktparteien darüber im Klaren sein dürften, dass ein massiver Handelskrieg nur Verlierer kennen wird, besteht trotz der derzeit festgefahrenen Situation durchaus eine gute Chance auf eine Verhandlungslösung beziehungsweise zumindest auf ein Einschwenken der Kontrahenten in Richtung Deeskalation“, betonte Thomas Metzger, Chef der Vermögensverwaltung beim Bankhaus Bauer. Am Mittwoch will EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker mit Trump über die Handelspolitik sprechen.

Daneben wurde der Ton zwischen den USA und dem Iran schärfer. Ruhani warnte Trump vor einer feindlich gesinnten Politik, der US-Präsident drohte in Reaktion darauf mit Konsequenzen. Damit mache Trump die nächste politische Großbaustelle auf, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners.

Das ist am Montag wichtig

Trump twittert über Iran: Nervös machte die Anleger auch Tweets des US-Präsidenten an die Führung in Teheran. Der Iran warf der US-Regierung psychologische Kriegsführung und Einmischung in innere Angelegenheiten vor. Dies löste am Ölmarkt Spekulationen auf Versorgungsengpässe aus. Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich zwischenzeitlich um zwei Prozent auf 74,50 Dollar je Barrel (159 Liter).

Einzelwerte im Fokus

Schlechte Nachrichten für die Luftfahrtbranche: Die deutsche Lufthansa verlor im Zuge der schlechten Ryanair-Zahlen 2,2 Prozent.

Der irische Billigflieger Ryanair hatte einen Gewinnrückgang bekanntgegeben und vor einem geringeren Anstieg der durchschnittlichen Ticketpreise gewarnt. Er rechne frühestens im Geschäftsjahr 2021 wieder mit steigenden Gewinnen, betonte Analyst Daniel Roeska vom Vermögensverwalter Alliance Bernstein. Die Ryanair-Aktien fielen um bis zu 5,7 Prozent auf ein Sieben-Monats-Tief von 14,90 Euro. Die Konkurrenten EasyJet und Wizz büßten jeweils etwa zwei Prozent ein.


Eine Hochstufung der LEG-Aktien ließ deren Kurs im MDax um 0,64 Prozent anziehen. Die Geschäfte des Immobilienkonzerns dürften sich nach einem schwachen Start im weiteren Jahresverlauf bessern, begründete das Bankhaus Lampe seine Kaufempfehlung.

Zu den Gewinnern gehörte die Aktie von Thyssen Krupp: Die Papiere des Unternehmens legten um 3,8 Prozent zu.

Analystencheck – Kepler Cheuvreux hebt Kursziel für Thyssen Krupp an

Das Analysehaus Kepler Cheuvreux hat das Kursziel für Thyssen Krupp von 26 auf 35 Euro angehoben und die Einstufung auf „Buy“ belassen. Die Nachrichten vom Weggang von Konzernchef Heinrich Hiesinger und Aufsichtsratschef Ulrich Lehner hätten die Kapitalmarktstory des Industrie- und Stahlkonzerns komplett verändert, schrieb Analyst Rochus Brauneiser in einer am Montag vorliegenden Studie. Das neue Kursziel basiere auf erwarteten Fortschritten der an Schärfe gewinnenden Strategie für 2020.

Weitere aktuelle Analystenstimmen finden Sie im Handelsblatt-Analystencheck.

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