Der DAX steigt 2018 auf 16.500 Punkte – und der Bitcoin hilft dabei

Alfred Maydorn
Deutsche-Bank-Aktie für nur 9 Euro – muss man da nicht zugreifen?

Aus der aktuellen Ausgabe von Maydorns Meinung: Ein in vielerlei turbulentes aber unter dem Strich durchaus erfreuliches Börsenjahr neigt sich dem Ende. Und bevor ich mich für zwei Wochen „verabschiede“, werfe ich in der letzten Ausgabe von Maydorns Meinung in diesem Jahr noch einen Blick in das kommende Jahr und möchte ihnen mitteilen, warum ich ein äußerst positives Börsenjahr erwarte, in dem der DAX auf 16.500 Punkte oder sogar mehr steigen kann. Die nächste Ausgabe von Maydorns Meinung erhalten Sie dann am Montag, dem 8. Januar 2018. 

Alle lagen – mal wieder – falsch

2017 war für deutsche Aktien ein gutes Jahr, der DAX notiert bei 13.070 Punkten und damit rund 14 Prozent höher als zu Jahresbeginn. Und wer hatte zu Jahresbeginn mit einer so positiven Entwicklung deutscher Aktien gerechnet? Niemand. Zumindest niemand von der etablierten Analystengarde. Deren Prognosen reichten zu Jahresbeginn von 10.400 bis maximal 12.300 Punkten. Im Durchschnitt waren es 11.713 Punkte, was einem Kurspotenzial von lausigen zwei Prozent entsprach. 

Meine DAX-Prognose für 2017 war indes ein gutes Stück zu optimistisch. Ich habe zu Jahresbeginn einen Anstieg in Richtung 14.000 Punkte auf dem Zettel. Als Begründung hatte ich steigende Unternehmensgewinn, weiterhin niedrige Zinsen und eine zurückhaltende bis skeptische Stimmung an den Börsen genannt. Und genau das sind weiterhin die Hauptgründe warum ich auch für das kommende Jahr deutlich steigende Aktienkurse erwarte. 

Warum der Bitcoin den Aktien hilft

Es gibt sogar noch zwei weitere Gründe. Die niedrige Bewertung deutscher Aktien mit einem KGV von gerade einmal 13,5 – weit unter dem langjährigen Durchschnitt von 19 und – jetzt werden Sie sicherlich staunen – der Bitcoin. Der Höhenflug des Bitcoin hat nicht nur Schlagzeilen gemacht, sondern auch das Interesse der an risikobehafteten Anlagen wieder geweckt. Davon dürften 2018 auch die Aktienmärkte profitieren. Auch in Deutschland kehren viele nach der Finanzkrise verprellte Anleger wieder zurück auf den Markt und kaufen nicht nur den Bitcoin oder andere Kryptowährungen, sondern eben auch Aktien. 

Eine Frage der Bewertung

Es besteht eine gute Chance, dass 2018 die Aktie als Anlageform auch in Deutschland wieder beliebter wird, vielleicht kommt sogar ein wenig „Begeisterung“ auf, um das böse Wort „Euphorie“ zu vermeiden. Aber auch wenn die Profis unter sich bleiben, sind die Vorzeichen für ein erfolgreiches Börsenjahr 2018 ausgesprochen gut. Und letztlich würde es schon ausreichen, wenn deutschen Aktien eine etwas höhere Bewertung zugebilligt wird, die sie durchaus verdienen – zumindest die meisten. Die Auswirkungen wären erheblich. Schon ein KGV von 17 statt der aktuellen 13,5 würde ein DAX-Niveau von 16.500 Punkten bedeuten. Und wenn man das aktuelle KGV des Dow Jones von 20 beim DAX ansetzt, dann kommt man sogar auf ein Niveau von 19.300 Punkten. 

22 Prozent sind gar nicht so viel

19.300 Punkte wären dann wohl doch etwas zu viel für den DAX, zumindest für nächstes Jahr, aber die 16.500 sind durchaus machbar. Sollte der DAX bis zum Jahresende noch in Richtung des bisherigen Jahreshochs bei 13.500 Punkten steigen, so müsste er 2018 also um 3.000 Punkte oder um 22 Prozent zulegen, um 16.500 Punkte zu erreichen. Das mag sich nach viel anhören, ist es aber eigentlich gar nicht sonderlich viel. Denn das durchschnittliche Plus des DAX in seinen zwölf positiven Jahren seit seiner Einführung im Jahr 1987 lag bei stolzen 24,5 Prozent. Bestes Jahr war übrigens 1997, als der DAX um satte 47,1 Prozent zulegen konnte. 

1997 war es übrigens vor allem die Internet-Euphorie, die auch den DAX mit nach oben gerissen hat. Nicht wenige Experten trauen dem Thema Kryptowährungen/Blockchain eine ähnliche Strahlkraft wie damals dem aufkommenden Internet zu. Wer weiß, vielleicht wiederholt sich Geschichte ja doch. 

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