Nach positivem Start geht es für den deutschen Leitindex am Montag bergab. Verlierer sind Daimler und Linde – Gewinner die Deutsche Bank.

Die Fed bewertet das US-Geschäft der Deutschen Bank negativ, die Aktie stürzt ab. Dagegen lässt die Nervosität wegen der Entwicklung in Italien nach.


Der deutsche Aktienmarkt ist mit Kursverlusten in die Woche gestartet. Der Leitindex Dax knüpfte am Montag nicht an die jüngste Erholung an und rutschte um 0,5 Prozent auf 12.386 Punkte ab. In der vergangenen Woche hatte er mit Gewinnen von fast drei Prozent einen Teil der vorangegangenen Verluste aufgeholt.

Auch die anderen deutschen Aktienindizes lahmten am Montag: Der Index der mittelgroßen Unternehmen MDax verlor 0,5 Prozent auf 26.054 Zähler und der Technologiewerte-Index TecDax gab um 0,6 Prozent auf 2.563 Punkte nach.

Ein Medienbericht über den Einsatz illegaler Software zur Manipulation von US-Abgastests setzen Daimler zu. Der Stuttgarter Autobauer soll in Diesel-Autos spezielle Software zur Schadstoffregulierung eingebaut haben. „Das könnte für Daimler signifikante Strafzahlungen zur Folge haben“, sagte ein Händler. Bei Aktionären sorgte dies offenbar für große Verunsicherung, sie warfen die Titel aus ihren Depots. Am Ende ging die Aktie mit einem Kursverlust von gut zwei Prozent aus dem Handel.


Nur Linde-Aktionäre mussten ein größeres Minus verkraften: Der Kurs des Industriegasekonzerns ging mit einem Minus von 2,5 Prozent bei 181,55 Euro aus dem Handel – und setzte sich damit an die Spitze der Dax-Verlierer. Dies obwohl das Unternehmen vor der geplanten Fusion mit dem US-Rivalen Praxair deutlich mehr an die eigenen Aktionäre ausschüttet: Die Dividende für 2017 werde auf sieben Euro je Aktie erhöht, teilte das Münchner Unternehmen am Montag mit.

Davon seien aber eigentlich nur 3,90 (Vorjahr: 3,70) Euro für das vergangene Geschäftsjahr. Mit den restlichen 3,10 Euro nehme Linde die anteilige Dividende für die ersten drei Quartale 2018 bis zum geplanten Vollzug des Zusammenschlusses vorweg. Damit sollen die Linde-Aktionäre den Anteilseignern von Praxair gleichgestellt werden. US-Unternehmen zahlen anders als in Deutschland üblich viermal pro Jahr eine Quartalsdividende.

Auf der Gewinnerseite stand am Montag die Deutsche Bank: Ein positiver Analystenkommentar ermunterte Anleger zum Einstieg bei Deutschlands größtem Geldhaus. Die Aktien steigen um zwei Prozent auf 13,18 Euro. Die Experten der Bank of America Merrill Lynch stufen die Titel unter Hinweis auf das verbesserte Geschäft im Investmentbanking auf „Neutral“ von „Underperform“ hoch und hoben das Kursziel auf 15 von zwölf Euro an.

Gefragt waren auch die im SDax notierten Aktien von Adler Real Estate. Am Ende des Handelstages lag ihr Kurs zwei Prozent im Plus bei 13,36 Euro. Der Berliner Wohnungsvermieter will für umgerechnet 539 Millionen Euro zunächst 70 Prozent an Brack Capital Properties erwerben. Das in Israel an der Börse gelistete Unternehmen ist seit 2004 auch in Deutschland aktiv. Adler Real Estate verspricht sich durch die Übernahme steigende Gewinne.



Bei seinem positiven Start in die neue Woche war der deutsche Leitindex am Montagmorgen zunächst auf 12.505 Punkte geklettert. Im Verlauf des Tages gab das Aktienbarometer seine Gewinne allerdings wieder ab.

Spekulationen über die Inflation und steigende Zinsen lassen die Anleger offenbar auch in der neuen Woche nicht los. Anleger hatten zuletzt darauf spekuliert, dass die US-Notenbank Fed in diesem Jahr stärker als bislang gedacht die Zinsen erhöhen könnte. Diese Befürchtung sorgte weltweit für starke Kursrückgänge am Aktienmarkt, denn seit der Finanzkrise vor zehn Jahren hängen die Börsen am Tropf der Notenbanken, die bislang nur vereinzelt und behutsam die Geldflut verringert haben.

Nach den jüngsten Turbulenzen sehen Experten für die Aktienmärkte allerdings wieder etwas Luft nach oben. „Zwar können die Zinsen längerfristig das Ende des Börsenaufschwungs einläuten, jetzt ist es dazu aber noch zu früh“, sagt Christian Heger, Chef-Anlagestratege für Deutschland bei der Vermögensverwaltung der Großbank HSBC.



Erst „ein klarer Durchbruch über die Marke von 12.500 Punkten würde den Bullen wieder etwas Hoffnung geben“, sagt Milan Cutkovic, Marktanalyst bei Axitrader. Die psychologisch wichtige Marke von 13.000 Punkten dürfte der Dax aufgrund der Nervosität auf dem Börsenparkett aber nicht so schnell wieder erreichen, prognostiziert der Experte.

Auch halten sich Anleger vor der kommenden Fülle an Firmenbilanzen zurück. „Insgesamt befinden sich die Aktienmärkte weiter auf Richtungssuche“, ergänzte Cutkovic. Die große Frage sei nun, ob die Firmen mit ihren Geschäftsergebnissen die Sorgen von Aktionären vor steigenden Zinsen in den Hintergrund drängen könnten.

Etwa ein halbes Dutzend Dax-Konzerne legt im Laufe der Woche Zahlen vor, auch im Ausland stehen zahlreiche Veröffentlichungen an. Aus den USA konnten Börsianer zum Wochenauftakt keine Impulse erwarten, da die Wall Street feiertagsbedingt geschlossen blieb.


Beflügelt von guten Konjunkturdaten ist der japanische Aktienmarkt mit Kursgewinnen in die Woche gestartet. Der 225 Werte umfassende japanische Leitindex Nikkei kletterte am Montag um zwei Prozent auf 22.149 Punkte, das war der höchste Schlusskurs seit Anfang Februar.

Für Kauflaune sorgten die Exporteure: Sie erwischten wegen der anziehenden Nachfrage aus Asien einen unerwartet guten Jahresauftakt und steigerten ihre Ausfuhren im Januar um 12,2 Prozent zum Vorjahresmonat. Das deutet auf einen anhaltenden Aufschwung in der nach den USA und China drittgrößten Volkswirtschaft der Welt hin.

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