Dax schafft es über 13.000 Punkte


Der Dax hat sich am Donnerstag ein wenig von der 13.000-Punkte-Marke nach oben abgesetzt. Bei 13.050 Punkten erreichte er um die Mittagszeit den höchsten Stand seit Anfang Februar. Zuletzt behauptete der deutsche Leitindex einen Kursgewinn von 0,31 Prozent auf 13.036,98 Punkte. Während der schwache Euro den Dax stützt, gibt es weiterhin Gegenwind durch politische Risiken sowie die steigenden Anleiherenditen in den USA.

Die anderen deutschen Indizes präsentierten sich am Donnerstag ebenfalls freundlich: Der MDax der mittelgroßen Unternehmen gewann 0,55 Prozent auf 26.763,64 Punkte, während der Technologiewerte-Index TecDax um 0,29 Prozent auf 2789,95 Zähler vorrückte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,32 Prozent auf 3574,20 Punkte hoch.

Außerdem haben die Anleger am heutigen Donnerstag weiterhin zwei Themen im Blick: Auf der einen Seite Spekulationen über die finanzpolitischen Pläne der künftigen italienischen Regierung. Ein Medienbericht löste Kopfschütteln bei Börsianern aus, demzufolge die populistische 5-Sterne-Bewegung und die rechtsextreme Lega, die über die Bildung einer neuen italienischen Regierung verhandeln, die Europäische Zentralbank (EZB) um den Erlass von Schulden in Höhe von 250 Milliarden Euro bitten wollen. Das ist mehr als die Hälfte der von der EZB im Rahmen ihres Ankaufsprogramms erworbenen italienischen Titel.


Einige Anleger gingen dennoch auf Nummer sicher und trennten sich von italienischen Staatsanleihen. Dies trieb die Rendite der zehnjährigen Titel zeitweise auf ein Zwei-Monats-Hoch von 2,015 Prozent. Die Verkaufswelle am Bondmarkt riss auch die italienischen Banken mit, die zahlreiche Staatspapiere halten. Bis zum Donnerstagmittag sank die Aktie der italienischen Krisenbank Monte dei Paschi um mehr als sechs Prozent.

Auf der anderen Seite beobachten Anleger die Entwicklungen um die drohende Absage des Gipfels zwischen den USA und Nordkorea. Wegen eines gemeinsamen Manövers der USA mit Südkorea sagte Nordkorea ein geplantes Treffen mit Vertretern der Regierung in Seoul ab.

Beim Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck KGaA hatten die Anleger auch ohne Geschäftsresultate Grund zur Freude: Ermutigende Zwischenergebnisse aus einer Lungenkrebsstudie zum Mittel Tepotinib bescherten den Aktien einen Kurssprung von 5 Prozent und den Spitzenplatz im Dax.

Die Bekräftigung der Jahresprognose hat die Aktien von Ceconomy angeschoben. Die Titel der Media-Markt-Mutter legten am Donnerstag in der Spitze um 6,8 Prozent auf 9,60 Euro zu und waren damit stärkster MDax-Wert. Die Tatsache, dass das Unternehmen die Prognose bestätigt habe, sei gut aufgenommen worden, sagten Börsianer. Zudem seien die Zahlen besser ausgefallen als befürchtet, fügte ein Händler hinzu. Ceconomy hat mit den Töchtern Media Markt und Saturn im zweiten Quartal bei einem leichten Umsatzrückgang den operativen Ertrag gesteigert. Seit Jahresbeginn haben die Aktien fast 30 Prozent an Wert verloren.


Zudem geht die Hauptversammlungssaison weiter: Unter anderem SAP, Deutsche Telekom und BMW haben ihre Aktionäre geladen.