Starker Euro drückt Dax ins Minus

Im Schriftzug "DAX" spiegelt sich die große Anzeigetafel mit dem bis dahin erreichten Kursverlauf im Handelssaal der Börse in Frankfurt am Main. Foto: Christoph Schmidt

Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Donnerstag seine Gewinne nicht halten können und letztlich leicht nachgegeben.

Bereits am Mittwoch hatte die negative Entwicklung an der Wall Street und insbesondere an der Technologiebörse Nasdaq den deutschen Leitindex sein komplettes Tagesplus gekostet. Ursache war diesmal aber der deutlich erstarkende Euro, der tendenziell die Produkte hiesiger Unternehmen für Käufer außerhalb des Währungsraums verteuert.

Zum Handelsschluss stand der Dax 0,29 Prozent tiefer bei 13 023,98 Punkten. Für den abgelaufenen Monat verbuchte er damit einen Kursverlust von gut anderthalb Prozent. In der ersten Novemberwoche war er noch bis auf eine historische Bestmarke von 13 525 Punkten geklettert.

Der tags zuvor vom Nasdaq-Kursrutsch gebeutelte Technologiewerte-Index TecDax verlor am Donnerstag weitere 0,10 Prozent auf 2515,81 Punkte. Besser hielt sich der MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen, der um 0,41 Prozent auf 27 026,85 Punkte zulegte.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verabschiedete sich 0,56 Prozent schwächer bei 3569,93 Punkten aus dem Handel. Die nationalen Leitindizes in Paris und London erlitten ebenfalls Verluste. Derweil setzte der US-Leitindex Dow Jones Industrial seinen Rekordlauf fort und notierte zum europäischen Börsenschluss ein dreiviertel Prozent in der Gewinnzone. Auch an der Nasdaq ging es wieder bergauf.

Am deutschen Aktienmarkt stach der Chipproduzent Dialog Semiconductor mit einem Kurssturz um 17,90 Prozent auf 30,465 Euro heraus. Damit waren die Aktien abgeschlagenes Schlusslicht im TecDax und so billig zu haben wie seit September 2016 nicht mehr. Sie litten unter einem Bericht der japanischen Wirtschaftszeitung «Nikkei», demzufolge der Technologiekonzern Apple bereits ab Anfang 2018 spezielle Chips für das iPhone in Eigenregie herstellen will.

Auf Nachfrage der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX sagte ein Sprecher von Dialog Semiconductor, die Geschäftsbeziehungen entsprächen «dem normalen Geschäftsverlauf».

Größter Verlierer im Dax war Munich Re mit einem Rückgang von 2,73 Prozent. Der unter schrumpfenden Gewinnen leidende Rückversicherer schließt eine schnelle Rückkehr zu goldenen Zeiten aus.

Derweil setzten die Vorzugsaktien von Volkswagen mit plus 0,79 Prozent ihren guten Lauf fort. Der Autobauer strebt im Jahr 2020 für die Kernmarke VW eine Rendite von 4 bis 5 Prozent an. Zuvor hatten die Wolfsburger mindestens 4 Prozent in Aussicht gestellt.

Osram-Titel gehörten mit einem Kursgewinn von 2,70 Prozent zu den Favoriten im Index der mittelgroßen Unternehmen. Der Lichtspezialist schlug zum 111-jährigen Markenbestehen für das Geschäftsjahr eine «Jubiläumsdividende» von 111 Cent je Aktie vor.

Zu den Gewinnern im TecDax gehörte Morphosys-Papiere mit einem Kursanstieg von 2,99 Prozent. Das Biotech-Unternehmen schloss eine Vereinbarung zur Vermarktung eines Antikörpers in China, Hongkong und Taiwan und setzte sich für das laufende Jahr höhere Finanzziele.

Im SDax der geringer kapitalisierten Unternehmen verloren die Anteilsscheine von Rocket Internet nach Geschäftszahlen als Schlusslicht 3,12 Prozent. Die Berliner Start-up-Fabrik grenzte die Verluste in den ersten neun Monaten 2017 zwar deutlich ein, verlor aber immer noch Geld. Zudem verschob das Unternehmen für drei Beteiligungen den Zeitpunkt für das Erreichen der Gewinnschwelle.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,20 Prozent am Vortag auf 0,21 Prozent. Der Rentenindex Rex gab um 0,07 Prozent auf 141,23 Punkte nach. Der Bund-Future gewann 0,12 Prozent auf 162,81 Punkte. Der Euro stieg auf 1,1891 US-Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank den Referenzkurs auf 1,1849 (Mittwoch: 1,1827) Dollar festgesetzt.