Der Dax gibt seine Gewinne des jungen Börsenjahres wieder her. Vor allem die Aktie der Deutschen Bank bricht rapide ein.

Der Dax gibt seine Gewinne des jungen Börsenjahres wieder her. Vor allem die Aktie der Deutschen Bank bricht rapide ein.


Ein erneutes Verlustjahr der Deutschen Bank und enttäuschende Bilanzen weiterer Großkonzerne haben die europäischen Börsen am Freitag ins Wanken gebracht. Der deutsche Leitindex Dax rauschte unter die psychologisch wichtige Marke von 13.000 Zählern und verlor bis zum Nachmittag 1,2 Prozent auf 12.850 Zähler. amit knüpfte er an den Kursrutsch vom Vortag an und steuert nicht nur auf einen satten Wochenverlust von knapp 4 Prozent zu, sondern büßte auch die Gewinne des jungen Börsenjahres komplett ein. Auch charttechnisch verliert der Leitindex Strategen zufolge damit an Rückhalt.

Der Euro Stoxx 50 gab ein Prozent auf 3546 Punkte nach. Auch die Aussicht auf höhere Zinsen sorgte bei Anlegern für Nervosität. „Aktien sind vergleichsweise hoch bewertet und in Phasen steigender Zinsen korrekturanfällig, trotz des weiterhin guten Wachstumsumfelds sowohl in den USA als auch im Euroraum“, betonte die Helaba.

In Amerika lieferte ein boomender Arbeitsmarkt der US-Notenbank Argumente für weitere Zinsanhebungen. Die Regierung in Washington meldete am Freitag in ihrem Arbeitsmarktbericht für Januar 200.000 neue Jobs. Experten hatten nur mit 180.000 gerechnet.

An den Anleihemärkten zogen die Renditen daraufhin weiter an, die Wall Street steuerte auf eine schwächere Eröffnung zu. Bei der Bundesanleihe kletterte der Zins um fünf Basispunkte auf 0,76 Prozent, den höchsten Stand seit September 2015. Ihr US-Pendant rentierte auf einem Vier-Jahres-Hoch. Der Dollar erhielt nach den Daten Aufwind: der Euro verlor 0,3 Prozent auf 1,2470 Dollar.



Die Stimmung im europäischen Bankensektor verdüsterte die Deutsche Bank mit ihrem dritten Jahresverlust in Folge. „Die Zahlen der Deutschen Bank liefern ein gemischtes Bild: Rechnet man die Belastungen durch die US-Steuerreform heraus, lagen die Zahlen im Rahmen der Erwartungen oder waren sogar etwas besser“, sagte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. Dennoch stürzten die Aktien des Geldhauses um bis zu 7,1 Prozent auf 13,73 Euro ab - den tiefsten Stand seit vier Monaten. Der europäische Bankenindex verlor zeitweise 1,8 Prozent.

Spekulationen auf eine Abschaffung der Luftverkehrssteuer verliehen hingegen Aktien von europäischen Fluggesellschaften Auftrieb. Die Papiere der Lufthansa stemmten sich gegen den schwächeren Gesamtmarkt und legten 0,3 Prozent auf 28,52 Euro zu. In London lagen Easyjet 0,2 Prozent höher. In den Koalitionsverhandlungen haben die Verkehrsexperten von Union und SPD das Ende der Luftverkehrssteuer vorgeschlagen. „Die Forderung ist nicht neu, aber wenn es so käme, würde natürlich ein Kostenfaktor für die Branche wegfallen“, sagte ein Händler.

Auf den Verkaufszetteln standen die Titel des größten britischen Mobilfunk- und Internet-Anbieters BT Group. Sie fielen um 4,8 Prozent ans Ende des Londoner Auswahlindex FTSE. Der dreiprozentige Umsatzrückgang liefere Grund zur Sorge, betonte Analyst Neil Wilson vom Brokerhaus ETX Capital. Gleiches gelte für den Kundenschwund im TV-Geschäft.



Bei Bitcoin ging der Ausverkauf weiter: Die Cyber-Devise stürzte an der Börse Bitstamp um mehr als 15 Prozent auf 7625 Dollar ab. Mit einem Minus von insgesamt mehr als 30 Prozent steuerte sie damit auf den größten Wochenverlust seit fünf Jahren zu. Kurz vor Weihnachten hatte Bitcoin noch 20.000 Dollar gekostet. Anleger zeigen sich verunsichert angesichts krimineller Machenschaften und eines steigenden Drucks durch die Aufsichtsbehörden.

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