Dax rutscht ab – Eurostärke belastet erneut


Zum Handelsschluss stand für den deutschen Leitindex Dax am Freitag ein Kursrückgang von 1,25 Prozent auf 12 861,49 Punkte zu Buche. Die Wochenbilanz fällt mit minus anderthalb Prozent ähnlich negativ aus wie die für den tags zuvor ausgelaufenen Monat November.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen gab am Freitag letztlich um 1,19 Prozent auf 26 703,94 Zähler nach. Der Technologiewerte-Index TecDax schloss 0,73 Prozent tiefer bei 2497,45 Punkten. Auch der europäische Leitindex Euro Stoxx 50 gab deutlich nach und notierte 1,16 Prozent im Minus bei 3.528 Punkten.

Investoren schlug unter anderem die anhaltende Stärke des Euro, die Waren heimischer Firmen auf dem Weltmarkt weniger wettbewerbsfähig macht, auf die Stimmung. Die Gemeinschaftswährung verteuerte sich am Freitag dank starker Konjunkturdaten auf bis zu 1,1940 Dollar. Die Stimmung in den europäischen Unternehmen ist so gut wie seit 17 Jahren nicht.


Am Aktienmarkt war der deutsche Leitindex Dax zum Wochenausklang von einem Zickzackkurs gekennzeichnet. Nachdem er bis zum Mittag deutlich gefallen war und zwischenzeitlich auf 12.810 Punkte abrutschte, erholte er sich am Nachmittag zunächst wieder und notierte mit 0,1 Prozent nur leicht im Minus. In der letzten Handelsstunde ging es dann aber rasant abwärts.

Verzögerungen bei der Verabschiedung der US-Steuerreform zehrten am Freitag an den Nerven der Anleger. „Der Geduldsfaden der Anleger könnte langsam aber sicher reißen, wenn Präsident Trump seine Steuervorhaben nicht durch den Senat bringt“, sagte Timo Emden, Deutschland-Chef des Online-Brokers DailyFX. „Trump ist unter Zugzwang und steht mit dem Rücken zur Wand“

Wegen anhaltenden Widerstands in den eigenen Reihen vertagte der US-Senat die mit Spannung erwartete Abstimmung über eines der zentralen Wahlversprechen des US-Präsidenten Donald Trump. Stein des Anstoßes waren neue Berechnungen, wonach die anvisierten Steuersenkungen den 20 Billionen Dollar hohen Schuldenberg der USA innerhalb von zehn Jahren um eine weitere Billion Dollar erhöhen würden. Im Laufe des Tages soll im Senat ein neuer Anlauf genommen werden. Unklar ist, ob es dann auch zur entscheidenden Abstimmung kommt.


Unterdessen verteuerte sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 0,9 Prozent auf 63,17 Dollar je Barrel (159 Liter), nachdem sich die großen Exportländer auf eine Verlängerung der Förderbremse bis Ende 2018 verständigt hatten. „Sie haben einen sehr seriösen und vertrauenserweckenden Auftritt hingelegt“, sagte Bjarne Schieldorp, Chef-Rohstoffanalyst der SEB Bank. Investoren setzten darauf, dass sich die Staaten auch an ihre selbst auferlegten Begrenzungen hielten.

Die Kryptowährung Bitcoin verteuerte sich sogar um zehn Prozent und kostete 10.693 Dollar. Die weltgrößte Derivatebörse CME erhielt von der US-Aufsicht die Genehmigung, ab dem 18. Dezember einen Terminkontrakt auf die virtuelle Währung zu handeln. Spekulationen hierauf sind mit ein Grund für das rund 1000-prozentige Bitcoin-Kursplus der vergangenen Monate. Die Einführung des Futures gilt als Voraussetzung für das Engagement institutioneller Anleger in der Internet-Währung.


Die Aktien von Solar- und Windenergiewerten standen dagegen unter Druck. Die Titel von Nordex und dem dänischen Rivalen Vestas verloren jeweils mehr als vier Prozent.

An der Wall Street büßten die Aktien von First Solar und SunPower vorbörslich bis zu etwa ein Prozent ein. Sie litten Börsianern zufolge unter der Debatte um die US-Steuerreform. Dem Gesetzentwurf zufolge sollen Steuervorteile für die Branche künftig zurückgefordert werden können. Damit ließen sich Umsatz und Gewinn künftig nur noch schwer abschätzen, warnten die Analysten der Sybank.

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