Dax gibt nach Scheitern der Jamaika-Sondierungen leicht nach

ARCHIV - Auf Kursmonitoren verfolgen Händler und Analysten am 05.12.2016 auf dem Parkett der Börse in Frankfurt am Main (Hessen) die Aktienkurse. (zu dpa: «Auslandsgeschäft der Dax-Konzerne stärkt Standort Deutschland» vom 05.09.2017) Foto: Boris Roessler/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ARCHIV - Auf Kursmonitoren verfolgen Händler und Analysten am 05.12.2016 auf dem Parkett der Börse in Frankfurt am Main (Hessen) die Aktienkurse. (zu dpa: «Auslandsgeschäft der Dax-Konzerne stärkt Standort Deutschland» vom 05.09.2017) Foto: Boris Roessler/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Das Scheitern der Jamaika-Sondierungen hat zunächst nur zu leichten Verlusten an den Börsen geführt. Der Deutsche Aktienindex (Dax) gab nach Handelsbeginn am Montagmorgen in Frankfurt am Main um 0,47 Prozent nach und sank auf 12.932,81 Punkte. Auch die Börsen in London und Paris starteten im Minus.

In der britischen Hauptstadt sank der Leitindex FTSE 100 um 0,25 Prozent. An der Pariser Börse gaben die Kurse zu Handelsbeginn um 0,15 Prozent nach.

Die Verhandlungen zwischen Union, FDP und Grünen über ein gemeinsames Regierungsbündnis waren am späten Sonntagabend gescheitert. Die SPD bekräftigte noch in der Nacht, an ihrem Nein zu einer großen Koalition festzuhalten. Damit könnten Neuwahlen unausweichlich werden.

Die Deutsche Wirtschaft regierte mit Enttäuschung und Unverständnis. Das Scheitern der Sondierungen sei ein "schlechtes Signal für Deutschland und für die Wirtschaft", erklärte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth. "In Zeiten so großer Herausforderungen wie der Digitalisierung, der Globalisierung und der Flüchtlingskrise muss Deutschland politisch handlungsfähig sein", kritisierte er.

Deutschland brauche "als größte Volkswirtschaft in Europa eine handlungsfähige Regierung", forderte auch der Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Wolfgang Weiler. "Das wird auch in Europa und der Welt von uns zu Recht erwartet". Angesichts großer internationaler und nationaler Aufgaben sei es "staatspolitische Pflicht der Parteien, für eine stabile Regierung zu sorgen", forderte Weiler.

Bereits in der Nacht hatte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Eric Schweitzer, das Scheitern der Jamaika-Sondierungen als "Enttäuschung" bezeichnet. Es bestehe die Gefahr, "dass jetzt die Arbeiten an wichtigen Zukunftsthemen unseres Landes lange verzögert werden", kritisierte er.

Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Hans Peter Wollseifer, nannte die Unfähigkeit der sondierenden Parteien, sich auf Kompromisse zu verständigen, "fatal".

Auch der Präsident des Bankenverbandes, Hans-Walter Peters, äußerte sich enttäuscht. "Eine Chance wurde leider vorerst vertan", kritisierte er. Jetzt gehe "wertvolle Zeit verloren", um Zukunftsthemen anzupacken.