DAX unter GD200 - Ausverkauf oder Kaufchance?

Thomas Bergmann
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DAX unter GD200 - Ausverkauf oder Kaufchance?

666 Punkte Minus - das ist die Vorgabe der Wall Street, mit der der DAX heute zu kämpfen hat. Und er muss kämpfen, will er die charttechnisch wichtige 200 Tage-Linie nicht den Bären überlassen. Eine halbe Stunde vor Handelsbeginn sieht es nicht gut aus und weitere Kursverluste drohen.

Gefährlicher Mix

Grund für die Negativentwicklung ist ein deutlicher Anstieg der Anleiherenditen - die Börsianer fürchten, dass die US-Notenbank den Leitzins nicht nur zwei- oder dreimal anheben in diesem Jahr, sondern viermal. Im Umkehrschluss lässt dies Aktien weniger attraktiv erscheinen. Auf den DAX drückt zusätzlich der starke Euro, der wiederum Bilanzen und Ausblicke belastet.

Technisch betrachtet notiert der DAX unter der 200-Tage-Linie (12.745 Punkte), was einem starken Verkaufssignal entspräche. Gelingt kein schnelles Rebreak drohen den deutschen Anlegern noch viel stärkere Verluste.

Kaufgründe

Gegen einen Crash spricht allerdings die deutliche Unterbewertung deutscher Aktien im Vergleich zu den amerikanischen. Außerdem wächst die Konjunktur robust und was die Zinsen betrifft, dürften diese noch länger niedrig bleiben. Daran dürfte auch das Ende der Anleihenkäufe durch die EZB nichts ändern. Ferner ist nach dem Rücksetzer um annähernd 1.000 Punkte eine technische Gegenbewegung überfällig.

DER AKTIONÄR rät auf dem aktuellen DAX-Niveau von panikartigen Verkäufen ab. Auf kurze Sicht ist eher mit einer leichten Erholung zu rechnen. In ein paar Tagen wird sich wohl dann entscheiden, ob die Bären endgültig das Ruder übernehmen, oder ob der jüngste Rutsch nur eine gesunde Konsolidierung war.