Trump-Rede und US-Daten versetzen Anleger in Kauflaune


Die europäischen Aktienmärkte haben sich zum Wochenschluss ein Stück weit aus dem Klammergriff des starken Euro befreien können. Der deutsche Leitindex Dax legte bis zum Freitagnachmittag 0,3 Prozent auf 13.338 Punkte zu, der EuroStoxx50 gewann 0,6 Prozent auf 3652 Punkte. Auch an der Wall Street zeichnete sich ein festerer Börsenstart ab. „Die Anleger waren besorgt wegen der Aktienbewertungen und wegen geopolitischer Risiken, aber es sieht so aus, als ob die Ängste über die vergangenen Monaten verschwunden sind und die Gier Oberhand gewonnen hat“, sagte Analyst Mark Dowding vom Vermögensverwalter BlueBay Asset Management.

Für Erleichterung sorgte auch der Auftritt von US-Präsident Donald Trump auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. „Das war zwar eine 'America first' Rede, aber eine sehr gemäßigte und versöhnliche“, betonte Stratege Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Trump versuche, Investoren in sein Land zu locken. „Deshalb war seine Rede mehr an Unternehmensführer als an Politiker gerichtet.“

US-Finanzminister Steven Mnuchin betonte indes in Davos, ein starker Dollar liege im Interesse der USA. Er habe nicht versucht, die Währung mit seinen Äußerungen zu bewegen. Mnuchin hatte mit seinem Kommentar, die Dollar-Schwäche sei erwünscht, den Dollar zuletzt unter Druck gesetzt.


Besser als erwartet fielen die Bestellungen für langlebige Güter in den USA aus. Sie wuchsen im Dezember um 2,9 Prozent zum Vormonat. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich ein Wachstum von 0,8 Prozent erwartet. Hingegen hat die US-Wirtschaft ihr Wachstumstempo vor dem Jahreswechsel insgesamt verringert. Zwischen Oktober und Dezember 2017 stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nur noch mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 2,6 Prozent. Experten hatten mit einem Plus von 3,0 Prozent gerechnet, nachdem das BIP im Sommer nach bisherigen Angaben um 3,2 Prozent zugelegt hatte. Dennoch bleibe der Wachstumstrend solide, betonten die Analysten der NordLB. Aufs Gesamtjahr gerechnet wuchs die Wirtschaft stärker als 2016. „Damit dürfte die Federal Reserve unter Zugzwang bleiben und bereits im März eine weitere Leitzinsanhebung vornehmen.“

An der Pariser Börse griffen Anleger vor allem bei den Aktien des weltgrößten Luxusgüter-Herstellers LVMH zu. Die Papiere schossen um bis zu 5,2 Prozent in die Höhe. Das Unternehmen steigerte dank einer robusten Nachfrage aus China seinen operativen Gewinn deutlich. Die Titel der Luxusmarken-Konzerne Christian Dior und Kering legten 4,8 beziehungsweise 3,4 Prozent zu.

Bei den deutschen Einzelwerten ragten die Aktien von HeidelbergCement heraus. Die Titel standen mit einem Plus von 1,6 Prozent an der Spitze des Leitindex. Die Analysten von Exane BNP Paribas schrieben in einem Kommentar, dass das Baugeschäft in vielen europäischen Ländern stark anziehe und die Margen nach oben treibe.

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