Dax gibt nur leicht nach

Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland.

Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Montag um eine Erholung gekämpft und letztlich mit moderaten Verlusten geschlossen. Die sich weiter ausbreitende Viruskrise beherrschte nach wie vor die Stimmung.

Hoffnung machten jedoch die großen Notenbanken weltweit, die Handlungsbereitschaft signalisierten. Das sorgte vor allem für eine Erholung der US-Börsen, die letztlich auch den europäischen Aktienmärkten half.

Der deutsche Leitindex ging mit einem kleinen Minus von 0,27 Prozent auf 11.857,87 Punkten aus dem Handel, nachdem er in der vergangene Woche wegen der Furcht vor einer Pandemie um mehr als zwölf Prozent eingebrochen war. Die Schwankungsbreite im Tagesverlauf blieb angesichts der großen, virusbedingten Unsicherheit mit insgesamt rund 500 Punkten weiterhin hoch.

Der MDax der mittelgroßen Werte stabilisierte sich mit minus 0,07 Prozent auf 25.348,33 Punkte. Auch europaweit schlossen die wichtigsten Aktienindizes wieder etwas erholt: Der Leitindex der Eurozone, der EuroStoxx 50, beendete den Handel leicht im Plus mit 0,28 Prozent auf 3338,83 Punkte. In Paris und London wurden ebenfalls wieder Gewinne erzielt. In den USA legte der vielbeachtete Wall-Street-Index Dow Jones Industrial zum Handelsschluss in Europa um 2,4 Prozent zu, und auch die technologielastigen Nasdaq-Börsen stiegen.

Während die Gefahr durch das neuartige Coronavirus zunimmt, da die Zahl der Neuinfektionen weltweit weiter steigt und die Industrieländer-Organisation OECD eine Rezession in der Eurozone und Japan nicht länger ausschließt, versuchen die Notenbanken, die Börsen zu beruhigen. Nachdem die US-Notenbank bereits am Freitag ihre geldpolitische Handlungsbereitschaft signalisiert hatte, zogen nun die Zentralbanken Großbritanniens und Japans nach. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) gab ihre Einsatzbereitschaft zu erkennen.

Im Dax waren die Aktien der Lufthansa einmal mehr der größte Verlierer, dieses Mal mit minus 6,5 Prozent. Angesichts der Viruskrise lassen die Fluggesellschaft und ihre Töchter Flüge nach Asien vorerst weiter ausfallen. Viele Verbindungen nach Italien werden gestrichen und auch das innerdeutsche Flugprogramm ausgedünnt.

Sehr schwach gingen auch die Papiere der Deutschen Bank und der Commerzbank aus dem Handel mit jeweils minus 4 Prozent. Angesichts der Auswirkungen durch das Coronavirus wachse das Risiko von Insolvenzen einzelner Unternehmen und damit auch das Kreditausfallrisiko, sagte Marktbeobachter Andreas Lipkow von der Comdirect Bank. Das belaste die «finanziell eher schwachbrüstigen deutschen Finanzinstitute» neben der allgemeinen Sorgen über einen konjunkturellen Abschwung. Zudem sind immer weiter fallende Zinsen an den Kapitalmärkten sind für die Erträge der Geldhäuser Gift.

Wie eine Rakete schoss dagegen die Aktie von Teamviewer im MDax an die Spitze. Mit plus 11 Prozent auf 35,69 Euro schloss sie knapp unter ihrem kurz zuvor erreichten Rekordhoch. Als Anbieter von Software für Videokonferenzen gilt das Unternehmen als Profiteur der Epidemie. Im SDax legten die Anteile der Shop Apotheke um fast 7 Prozent zu. Online-Apotheken erlebten momentan eine explosionsartige Nachfrage. Wegen des Virus sei es zu Hamsterkäufen gekommen.

Die Aktien von Drägerwerk indes konnten ihre deutlichen Tagesgewinne nicht halten. Nachdem die Papiere den höchsten Stand seit September 2018 erreicht hatten, setzten Gewinnmitnahmen ein. Das Medizintechnik-Unternehmen stellt unter anderem Atemschutzmasken her.

Nach soliden Geschäftszahlen rückten Aktien von Rheinmetall zeitweise um fast zehn Prozent vor. Nach zeitweiligen Verlusten gingen sie dann mit einem Plus von 2,3 Prozent aus dem Tag. Um 5,5 Prozent ging es für Cewe-Anteile nach oben, denn das SDax-Unternehmen hat ein Aktienrückkaufprogramm beschlossen.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,59 auf minus 0,62 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,15 Prozent auf 146,24 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,12 Prozent auf 177,69 Punkte. Zeitweise hatte der Terminkontrakt wieder den höchsten Stand seit sechs Monaten erreicht.

Der Euro setzte die jüngste Rally fort und stieg erstmals wieder seit Mitte Januar über 1,11 US-Dollar. Am frühen Abend wurde die Gemeinschaftswährung mit 1,1178 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1122 (Freitag: 1,0977) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8991 (0,9110) Euro.