Handelskonflikt belastet die Börse – Dax hält mit Mühe die 13.000-Punkte-Marke


Die Angst vor einem Handelskrieg hat den Börsianern zum Wochenschluss die Laune verdorben. Der deutsche Leitindex Dax gab 0,7 Prozent auf 13.010 Punkte ab, der EuroStoxx50 verlor 0,6 Prozent auf 3505 Zähler. Auch an den US-Börsen ging es bis zum Handelsschluss in Europa abwärts.

„Der Dauerbrenner Handelsstreit rückt wieder in den Fokus der Investoren“, sagte Vermögensverwalter Thomas Metzger vom Bankhaus Bauer. Die weltgrößten Volkswirtschaften USA und China steuern auf einen Handelskrieg zu. US-Präsident Donald Trump verkündete am Freitag neue Strafzölle von 25 Prozent auf über 1100 chinesische Waren und Produktgruppen - darunter Industrie- und High-Tech-Güter. Dabei geht es um ein Volumen von 50 Milliarden Dollar. China kündigte umgehend Gegenmaßnahmen in ähnlichem Umfang an. Außerdem brachten die EU-Staaten Vergeltungszölle im Umfang von 2,8 Milliarden Euro auf US-Waren auf den Weg.

Fachleute warnen vor den wirtschaftlichen Folgen des Zollstreits. Das Wirtschaftswachstum der USA sei mit Schulden erkauft und beschleunige sich derzeit auf Kosten einer sich abschwächenden Weltkonjunktur, sagte Marktanalyst Jochen Stanzl vom Brokerhaus CMC Markets. Letztlich werde die US-Handelspolitik das weltweite Wachstum abkühlen und die US-Wirtschaft mit nach unten ziehen.

Euro stabilisiert sich

Für größere Kursschwankungen sorgte der große Verfallstermin, auch Hexensabbat genannt. An ihm werden an den Terminmärkten Optionen und Futures auf Aktien und Indizes fällig. Schon im Vorfeld versuchen Profi-Anleger, die Kurse in eine für sie günstige Richtung zu schieben, weswegen es oft zu unerklärlichen Kursverwerfungen kommt.

Am Devisenmarkt stabilisierte sich der Euro am Tag nach der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Gemeinschaftswährung legte 0,4 Prozent auf 1,1618 Dollar zu, nachdem sie am Donnerstag zwei Prozent verloren hatte. Die EZB hatte zwar ein Ende ihrer umstrittenen Anleihenkäufe in Aussicht gestellt, die Zinsen will sie aber erst frühestens im Herbst 2019 anheben.


Bei den Einzelwerten am Aktienmarkt waren Banken unter den größten Verlierern. Den Geldhäusern bereiten die ultraniedrigen Zinsen Probleme. Die Aktien von Commerzbank waren mit einem Minus von 4,2 Prozent größte Dax-Verlierer. In Paris gaben die Titel von Societe Generale 1,5 Prozent ab.

Ein Quartalsumsatz unter Markterwartungen versetzt Hennes & Mauritz (H & M) einen weiteren Schlag. Die Aktien des schwedischen Modehändlers fielen um 4,3 Prozent.

Im MDax rückten die Aktien des Handelskonzerns Ceconomy um 4,5 Prozent vor. Die Tochter Media-Saturn-Holding verhandelt über den Verkauf ihres defizitären Russland-Geschäfts an den russischen Konzern Safmar. In London sprangen die Titel von Rolls-Royce um 7,6 Prozent nach oben. Der Triebwerkbauer will tausende Jobs streichen und hat neue Mittelfristziele in Aussicht gestellt.


Ölaktien gerieten unter Druck, nachdem Spekulationen auf eine höhere Opec-Produktion den Ölpreis ins Rutschen brachten. Die Nordseesorte Brent verbilligte sich um bis zu 3,7 Prozent auf 73,12 Dollar je Barrel. Anleger setzten darauf, dass bei dem Treffen der erdölexportierenden Länder in Wien Ende kommender Woche graduelle Ausweitungen der Produktion beschlossen werden könnten. Russland hatte nach einem Treffen mit Saudi-Arabien betont, das beide Länder dafür grundsätzlich offen seien.

Unterdessen feierte der Online-Möbelhändler Home24 einen erfolgreiches Börsendebüt. Die Aktien der 2009 gegründeten Firma starteten am Freitag an der Frankfurter Börse mit einem Einstandskurs von 28,50 Euro – ein Aufschlag von 24 Prozent zum Ausgabepreis von je 23 Euro. Home24 gehört zum Imperium des Startup-Investors Rocket Internet. Home24 ist nach dem Essenslieferdienst Delivery Hero und dem Lebensmittel-Lieferanten Hellofresh die dritte Beteiligung von Rocket Internet an der Börse.

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