Dax rettet 12.500 Punkte ins Ziel – Hohe Verluste bei Beiersdorf und Daimler

Die neue Handelswoche beginnt mit einem deutlichen Kursrutsch beim Dax. Alle 30 Werte des deutschen Leitindex notieren im roten Bereich.


Hohe Kursverluste bei den Aktien von Beiersdorf und Daimler haben den Dax am Donnerstag weit unter die Marke von 12.600 Punkten gedrückt: Der deutsche Leitindex schließt bei 12.512 Punkten rund 1,4 Prozent im Minus.

Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen geht es um 1,4 Prozent abwärts auf 26.257 Zähler. Der TecDax sank um 1,1 Prozent auf 2799 Punkte. Der Euro Stoxx 50 gab um 1,1 Prozent auf 3.403 Punkte nach

Besonders hart wurde am Donnerstag die exportstarke Autoindustrie getroffen. Nach einer Gewinnwarnung sackten die Daimler-Papiere um mehr als vier Prozent ab. Experten fürchten, dass auch andere Autobauer noch vor ähnlichen Problemen stehen könnten. BMW und Volkswagen gaben mehr als zwei Prozent nach, die Autozulieferer Continental und Leoni notierten ebenfalls schwächer.


Im breit gefassten Stoxx-Europe-600-Index war der Autosektor mit minus 2,5 Prozent das Schlusslicht. „Auf dem Börsenparkett ist zwar keine Panik spürbar“, sagt Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. Dennoch dürften die Anleger wegen des Handelsstreits zunächst vorsichtig bleiben. Noch besteht laut Cutkovic allerdings die Hoffnung, „dass sich die Parteien schlussendlich einigen werden. Schließlich steht für China, die Europäische Union, aber auch die USA zu viel auf dem Spiel.“

Um die heimische Wirtschaft gegen Importe abzuschotten, haben die USA Zölle auf zahlreiche chinesische Produkte erlassen, was China mit höheren Abgaben auf US-Waren beantwortete. Derzeit drohen die USA, die Spirale des Protektionismus weiter zudrehen – China hat für diesen Fall Vergeltung angekündigt, zum Beispiel mit 25 Prozent Zoll auf Autoimporte aus den USA.

Auch zwischen den USA und Europa eskaliert der Handelsstreit weiter. Die Vergeltungszölle der EU im Handelsstreit mit den USA greifen ab Freitag. Neue Drohungen von US-Präsident Trump, höchstwahrscheinlich inklusive der konkreten Ankündigung von Strafzöllen auf europäische Autoimporte, dürften daher sicher nicht lange auf sich warten lassen, prognostiziert Vermögensverwalter Thomas Metzger vom Bankhaus Bauer.

Bei den Einzelwerten sorgten Beiersdorf für Aufsehen. Beim Kosmetikriesen sorge eine Meldung zum Wechsel an der Vorstandsspitze für Abschläge von rund sechs Prozent.

Top-Wert im Dax waren die Anteile des Sportartikelherstellers Adidas, die mit plus ein Prozent ihre Verluste der vorangegangenen zwei Tage weitgehend wettmachten. Merck gewannen etwas mehr als ein Prozent. Der gesamte Pharmasektor zeigte sich freundlich, auch weil es vom dänischen Insulinspezialisten Novo Nordisk positive Studiendaten zu einem Medikament gab, woraufhin dessen Aktien stark zulegten.


Am späten Donnerstagabend deutscher Zeit gibt die US-Notenbank Fed das Ergebnis des ersten Teils ihres diesjährigen Bankenstresstests bekannt. Dabei wird regelmäßig durchgespielt, wie sich eine schwere globale Rezession auf die mehr als 30 großen, in den USA tätigen Geldhäuser auswirken würde. Im Feld der getesteten Institute mit dabei: die Deutsche Bank. Nachdem das größte deutsche Finanzhaus 2015 und 2016 bei den Aufsehern durchgefallen war, absolvierte die Bank die zweiteilige Prüfung im vergangenen Jahr erfolgreich. Ob dies auch in diesem Jahr so sein wird, ist fraglich. Das Papier notiert 2,4 Prozent tiefer bei 9,35 Euro.

Im Blick behalten dürften die Anleger neben den Autoaktien auch die am Nachmittag anstehenden Konjunkturdaten. Sie könnten weitere Hinweise auf die künftige US-Zinspolitik geben. Unter anderem werden der Wochenbericht vom US-Arbeitsmarkt und der Konjunkturindex der Fed von Philadelphia erwartet. In London meldet sich am Mittag die Bank of England mit ihrem Zinsentscheid zu Wort. Experten erwarten keine Änderung.

Die Notenbank hatte signalisiert, dass sie die Zinsen so lange nicht anheben wird, bis sich die Konjunktur nachhaltig gebessert hat. Das Pfund fiel wenige Stunden vor der Zinsentscheidung auf 1,3103 Dollar und war damit so billig wie seit sieben Monaten nicht mehr.

Am Ölmarkt sorgten Spekulationen auf eine Ausweitung der Fördermengen durch die Opec-Staaten und ihre Partner für geringere Preise. Die Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um bis zu 2,4 Prozent auf 72,98 Dollar je Barrel. Der saudi-arabische Ölminister betonte, dass das Exportkartell nicht zulassen werde, dass das Angebot hinter der Nachfrage zurückbleibt. Der Umfang der Anhebung der Förderquoten soll auf dem Treffen der Opec am Freitag im gegenseitigen Einvernehmen festgelegt werden.

Die Vorgaben aus Übersee: Nach den jüngsten Kursverlusten nutzen Anleger an den asiatischen Börsen die Gelegenheit zum Wiedereinstieg. Der japanische Nikkei-Index kletterte am Mittwoch um 1,2 Prozent auf 22.555,43 Punkte, die Börse Schanghai gewann 0,4 Prozent.

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