Anleger feiern Eon und RWE

Die angekündigte Übernahme der RWE-Tochter Innogy durch Eon beflügelt die Aktienkurse der drei Energiekonzerne. Der Dax geht mit Kursgewinnen aus dem Handel.


Kräftige Kursgewinne der Energieversorger sowie positive US-Arbeitsmarktdaten haben dem deutschen Aktienindex am Montag Auftrieb verliehen. Bei Handelsschluss verbuchte der Dax ein Plus von 0,6 Prozent. Die zweite Frankfurter Reihe, der MDax, notierte unverändert. Der paneuropäische EuroStoxx gewann 0,3 Prozent.

„Der Leitindex dürfte nun auch schnell den wichtigen Widerstand bei 12.500 Punkten anlaufen“, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. Allerdings seien die Sorgen angesichts der Spannungen zwischen den USA und ihren Handelspartnern sowie der schwelenden Angst vor steigenden Zinsen nicht vom Tisch.

So eröffnete die Wall Street zunächst fester. Dow Jones und S & P 500 gaben ihre Gewinne jedoch schnell wieder ab. Einzig der Technikwert-Index Nasdaq Composite konnte ein zeitweises Plus von 0,5 Prozent behaupten.


Der spektakuläre Deal zwischen den Dax-Schwergewichten Eon und RWE bestimmte am Montag das Börsengeschehen. Am Wochenende hatten die beiden Energieversorger ein umfangreiches Tauschgeschäft bekanntgegeben: Eon übernimmt von RWE das Aktienpaket von 76,8 Prozent, das der Essener Konzern noch an der Ökostrom-Tochter Innogy hält.

Nach der Transaktion würde sich Eon auf das Netzgeschäft mit Strom und den Vertrieb fokussieren, die erneuerbaren Energien sollten unter dem Dach von RWE gebündelt werden. Analysten von Morgan Stanley bezeichneten die Pläne als „Win-Win-Situation“ für alle Beteiligten.

Auch bei den Aktionären kamen die Fusionsbestrebungen gut an. Die Scheine von RWE notierten 9,2 Prozent fester und waren größter Gewinner im Dax. Eon-Papiere legten 5,4 Prozent zu. Innogy-Titel standen mit einem Plus von zwölf Prozent an der Spitze des MDax.

Die Innogy-Belegschaft sorgt sich derweil um einen möglichen Stellenabbau – etwa im Vertrieb oder der Verwaltung. In einem unternehmensinternen Schreiben, das der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt, versicherte Vorstandschef Uwe Tigges die Interessen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch weiterhin an vorderster Stelle zu verfolgen. Auf der Bilanzpressekonferenz am Montag äußerte sich Tigges nicht zur Fusion. Dies wolle man erst zu einem späteren Zeitpunkt in angemessener Weise tun.


Auf Seiten der Einzelwerte war auch die Deutsche Bank Diskussionsgegenstand von Händlern und Anlegern. Die größte deutsche Bank nannte Details zum Börsengang ihrer Vermögensverwaltungssparte DWS. Die Platzierung soll dem Institut bis zu 1,8 Milliarden Euro einbringen. Die Aktien kommen für jeweils 30 bis 36 Euro auf den Markt. Insgesamt wird die Fondsgesellschaft dadurch mit sechs bis 7,2 Milliarden Euro bewertet.

Die Höhe der Bonuszahlungen für die Mitarbeiter des größten deutschen Geldhauses sorgte ebenso für Gesprächsstoff. Der Vorstandsvorsitzende John Cryan hatte gesagt, dass der Bonustopf für das Jahr 2017 über der Marke von zwei Milliarden Euro liegen werde, der Vorstand aber erneut auf eine Sondervergütung verzichte. Die Papiere des Geldhauses gingen mit einem Minus von 0,2 Prozent aus dem Handel.

Der Kurs des Euro stieg am Montag leicht an. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs der Gemeinschaftswährung auf 1,2302 US-Dollar fest (Stand Freitag: 1,2291 US-Dollar).