DAVOS: Weltwirtschaftsforum sieht Deutschland unter G7-Ländern vorn

dpa-AFX

DAVOS (dpa-AFX) - Deutschland bietet laut einer Studie des Weltwirtschaftsforums die beste Lebensqualität unter den führenden Industrienationen. Im jährlich erstellten "Inclusive Development Index"? hat sich die Bundesrepublik 2018 um einen Platz nach vorne geschoben auf den 12. Rang von insgesamt 103 untersuchten Ländern. Deutschland liegt damit vor den übrigen G7-Staaten Kanada (17) Frankreich (18), Großbritannien (21), den USA (23), Japan (24) und Italien (27), wie das Weltwirtschaftsforum (WEF) am Montag in Davos vor Beginn seiner Jahrestagung mitteilte.

Dazu treffen sich von diesem Dienstag an mehr als 3000 Wirtschaftslenker und Politiker aus aller Welt in den Schweizer Bergen. Immer lauter wird dabei von Jahr zu Jahr die Kritik, dass Wirtschaftswachstum allein den Menschen nicht unbedingt eine Verbesserung ihrer Lebenssituation bringt. So prangerte die Hilfsorganisation Oxfam an, dass Wohlstand sich immer stärker auf die ohnehin schon Reichen konzentriere.

Das WEF selbst räumt ein, dass die zentrale Kenngröße zur Wirtschaftsleistung eines Landes - das Bruttoinlandsprodukt - zu kurz greift. Im eigenen Ranking werden deshalb Kategorien wie Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit hinzugenommen, um beispielsweise zu sehen, wie sehr die heutige Staatsverschuldung künftige Generationen belastet. So seien die USA zwar eines der Länder mit dem höchsten Wachstum, allerdings würden längst nicht alle Menschen daran teilhaben, stellte das Weltwirtschaftsforum fest.

Wirtschaftspolitik setze trotz besorgniserregender sozialer Ungleichheit noch zu sehr auf kurzfristiges Wachstum, hieß es weiter. Die Bevölkerung erwarte dagegen ein "?Nettoergebnis"? und das seien "breite, nachhaltige Fortschritte bei den Lebensstandards", sagte Richard Samans vom Weltwirtschaftsforum. Weltweit vorne im WEF-Ranking liegt wie schon im Vorjahr Norwegen, gefolgt von Island, Luxemburg und der Schweiz.