DAVOS/WEF: Treffen wird 'Werkstatt, keine Quatschbude'

COLOGNY (dpa-AFX) - Das Weltwirtschaftsforum (WEF) will bei seiner bevorstehenden Tagung in Davos nachhaltige Ergebnisse erreichen. "Das Jahrestreffen wird eine Werkstatt sein, keine Quatschbude", sagte WEF-Gründer Klaus Schwab am Dienstag vor Journalisten in Cologny bei Genf. "Die meisten Veranstaltungen zielen darauf, dass wir nächste Woche greifbare Fortschritte erzielen können."

Bei dem Treffen vom 21. bis 24. Januar ist der Start von zwei Initiativen geplant. Zum einen sollen in der kommenden Dekade weltweit eine Milliarde Menschen geschult werden, damit sie den Anforderungen der sogenannten Vierten Industriellen Revolution - also die Digitalisierung der industriellen Produktion und Fertigung sowie die Vernetzung von Dingen und Gütern - gewachsen sind.

Zum anderen sollen bis Ende der 2020er Jahre weltweit eine Billion Bäume gepflanzt werden. "Die Restaurierung der Ökosysteme ist eine Priorität für die kommende Dekade", sagte Schwab. "Wir wollen ein bleibendes Erbe schaffen." Es gehe darum, künftigen Generationen die Botschaft zu hinterlassen: "Ihr konntet Euch auf uns verlassen."

Schwab warnte mit Blick auf Herausforderungen wie die Klimakrise und Handelskriege, alle gesellschaftlichen Gruppen müssten rasch und gemeinsam handeln. "Die Welt befindet sich im Ausnahmezustand. Das Handlungsfenster schließt sich schnell", sagte er vor der 50. Jahrestagung. "Wir wollen das Jubiläum nutzen, um dringende globale Herausforderungen zum Beginn dieser Dekade zu anzusprechen."

WEF-Präsident Borge Brende sagte, die Tagung wolle einen sicheren Ort für Dialog und Diskussion bieten, um aktuelle geopolitische Probleme anzupacken. Unter den etwa 3000 Teilnehmern seien auch 53 Staats- und Regierungschefs, etwa US-Präsident Donald Trump und Kanzlerin Angela Merkel. Im Fokus stehe vor allem der Nahe Osten, sagte Brende.