DAVOS: OECD-Bildungsdirektor fordert mehr Berufsvorbereitung in Schulen

DAVOS/BERLIN (dpa-AFX) - Der Bildungsdirektor der OECD, Andreas Schleicher, hat deutlich mehr Engagement in den Schulen bei der Berufsvorbereitung gefordert. "Man kann nicht werden, was man nicht kennt", sagte Schleicher am Mittwoch bei einem Fachgespräch am Rande der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos. "Es besteht ein großes Risiko, dass wir die nächste Generation für unsere Vergangenheit ausbilden und nicht für deren Zukunft."

Eine Sonderauswertung der Pisa-Studie durch die OECD, die am Mittwoch veröffentlicht wurde, hatte gezeigt, dass Teenager trotz großer Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt und neu entstehender Jobs durch die Digitalisierung hauptsächlich immer noch in traditionelle Berufe wie Arzt, Anwalt, Lehrer und Polizist streben. Die Arbeitswelt werde verwirrender und wahrscheinlich hielten sich die Menschen dann eher an dem fest, was sie am besten kennen, sagte Schleicher. "Deshalb müssen wir die Zukunft der Arbeit mehr in die Klassenzimmer tragen."

Es liege nicht an den Lehrern, es gehe darum, mehr Arbeitgeber direkt an die Schulen zu bringen, sagte Schleicher. Er forderte auch mehr Engagement der Zivilgesellschaft. Auch Bürger könnten in die Schulen gehen und den Kindern ihren Beruf vorstellen. "In der Bildung müssen wir uns mehr auf die Was-, anstatt auf die Wie-Frage konzentrieren."