Davis Cup: Vorschlag abgeschmettert

Jan-Lennard Struff (M.) wird weiterhin über drei Gewinnsätze beim Davis Cup spielen

Die Einzelmatches im Davis Cup werden weiterhin über drei Gewinnsätze ausgetragen. Beim Kongress des Tennis-Weltverbandes ITF in Ho-Chi-Minh-Stadt in Vietnam verfehlte der Vorschlag des Vorstandes, der nur noch zwei Gewinnsätze vorsah, knapp die erforderliche Zweit-Drittel-Mehrheit.

Nur 63,54 Prozent der Mitgliedsverbände votierten für den Kernpunkt der Reform. Bereits im Vorfeld war die Idee, Davis-Cup- und Fed-Cup-Endspiele auf neutralem Boden auszutragen, abgelehnt worden.

"Herbe Niederlage"

ITF-Präsident David Haggerty habe vor und während des Kongresses "herbe Niederlagen" einstecken müssen, sagte Dirk Hordorff dem SID.

Der Vize-Präsident des Deutschen Tennis Bundes (DTB) sprach von "Alleingängen" des Amerikaners, "die nicht dem Wohl des Tennis dienen". Gemeinsam mit anderen großen Verbänden stimmte der DTB gegen die Abschaffung der Best-of-Five-Matches im Davis Cup, "solange das Format nicht wie auch beim Fed Cup auf zwei Tage verkürzt wird", erklärte Hordorff.

"Wir respektieren die Entscheidung der Versammlung, sind aber enttäuscht, dass unsere Mitgliedsnationen nicht der gesamten Reform für den Davis Cup und Fed Cup, die das ITF-Präsidium unterstützt hatte, zugestimmt haben", sagte Haggerty: "Wir brauchen Veränderung, um die langfristige Zukunft dieser ikonischen und historischen Wettbewerbe zu gewährleisten."

In den vergangenen Jahren hatten viele der Top-Spieler und Spielerinnen ihre Teilnahme an den Team-Wettbewerben abgesagt.

In der Heimat

In Ho-Chi-Minh-Stadt stimmten die Mitgliedsverbände allerdings nur für Teile des Reformpakets. So dürfen ab kommender Saison die Finalisten im Davis Cup und Fed Cup ihre Erstrundenpartien im Jahr darauf sicher in der Heimat ausrichten.

Um Kosten zu sparen, muss der Match-Court erst später in der Wettkampfwoche zur Verfügung stehen. Auch die Verpflichtungen der Spielerinnen und Spieler vor den Duellen werden reduziert.

"Bahnbrechende Entscheidung"

In Zukunft darf der ITF-Vorstand jedoch über Reformen seiner Mannschafts-Wettbewerbe entscheiden, ohne die Mitglieder zu befragen. Das beschloss der Kongress zum Abschluss am Freitag.

Haggerty bezeichnete dies als "bahnbrechende Entscheidung", die der ITF "Spielraum und Flexibilität" bringt, um Änderungen in den Formaten zu testen.