Datenanalyse: Die FDP stößt im Netz auf geringeres Interesse als Linke, Grüne und AfD

John Stanley Hunter

Die Leser deutscher Online Medien verlieren seit Mitte August das Interesse an den beiden Parteien FDP und Grüne.

Obwohl die FDP auf digitalen Wahlkampf setzt, stößt die Partei von Spitzenkandidat Christian Lindner bei Online-Lesern nur auf ein unterdurchschnittliches Interesse. Das geht aus einer Analyse des Londoner Digital-Startups Echobox hervor, die Business Insider vorliegt. Dafür wurden seit Juni die Leser-Daten von 59 deutschen Medienanstalten ausgewertet. Zu den ausgewerteten Medien gehören die Online-Auftritte von Tageszeitungen, Magazinen und Fernsehsendern. Darunter sind die Netz-Auftritte drei überregionaler Tageszeitungen sowie die von rund 30 regionalen Blättern.

Echobox untersucht nicht, wie oft über eine Partei geschrieben wird, sondern wie häufig Artikel zu den einzelnen Kandidaten oder Parteien aufgerufen werden. Das ist durchaus relevant für das Wahlergebnis, denn: Mit diesem Prinzip konnte das Startup die französische Präsidentschaftswahl in beiden Wahlgängen bis auf einen Prozentpunkt genau vorhersagen.

Die FDP hat im Schnitt am wenigsten Aufmerksamkeit erregt

FDP Motto Digital First. Bedenken Second.

Seit Beginn der Erhebung schafften es die Liberalen nicht einmal, die Liste anzuführen. Das ist beachtlich, denn alle anderen in der Erhebung berücksichtigten Parteien (CDU/CSU, SPD, Die Linke, Die Grünen, AfD) können diese Leistung aufweisen — das galt auch bei der Wahl in Frankreich. 

„Unser Barometer zeigt, dass die FDP zu keinem Zeitpunkt die Partei mit dem höchsten Aufmerksamkeitswert war“, sagte Echobox-Gründer Antoine Amann im Gespräch mit Business Insider. „Zudem hat die FDP im Durchschnitt am wenigsten Aufmerksamkeit erregt, und sie scheint sich online im Abwärtstrend zu befinden, obwohl ihr Wahlkampf unter dem Motto Digital First geführt wird.“

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