Das sind die Lieblingsfilme der Stars

Willy Flemmer
Freier Autor für Yahoo

Jeder hat einen oder mehrere Lieblingsfilme. Promis bilden da keine Ausnahme. Wir haben 20 Stars aus den Bereichen Politik, Film, Musik, Literatur, Mode und Sport ausgewählt, von denen wir die Lieblingsfilme kennen.

Auch diese Stars haben ihre Lieblingsfilme: Justin Bieber (links), Quentin Tarantino und Charlize Theron. (Bildrechte: ddp images/INSTAR; Billy Bennight/ZUMA/ddp; ddp images/AFF)

Stars sind auch nur Menschen. Ob Politiker, Schauspieler, Regisseure oder Musiker – sie alle haben Vorlieben und Abneigungen. Auch sie lesen gerne Bücher, hören mit Vorliebe Musik, gehen regelmäßig ins Kino. Ein Barack Obama trug seinerzeit als US-Präsident dazu bei, die Welt zu gestalten, und war daneben und ist es noch immer: ein leidenschaftlicher Leser und großer Musikfan. Auch dass er gerne Filme und Serien schaut, hat der ehemalige Politiker immer wieder durchblicken lassen. Wir wissen sogar, was sein Lieblingsfilm ist. Überhaupt hat es der Film so manchem Promi angetan. Das gilt auch und besonders für jene vom Fach. Schauspieler und Regisseure begeistern mit ihren Arbeiten nicht nur Millionen Menschen. Auch sie haben Lieblingsschauspieler, -regisseure und -filme. Welche Stars welche Filme zu ihren Lieblingen zählen, zeigen wir in der nachfolgenden Liste.

Barack Obama

Beginnen wir mit Obama. Dass der ausgebildete Jurist und ehemalige US-Präsident sich nicht nur für Recht und Politik interessiert, sondern auch ein Herz für Sport und Kunst hat, ist hinlänglich bekannt. In seiner Freizeit spielt Obama unter anderem Basketball, Tennis und Golf. Er hört querbeet Musik, schaut sich regelmäßig Serien an und schaut gerne und oft Filme. Seine beiden Lieblingsfilme sind zwei große Klassiker des US-Films. "Ich glaube, das müsste "Der Pate" sein. Eins und zwei", sagte er einmal in einem Interview mit der US-Journalistin Katie Couric. "Diese Saga – Ich liebe diesen Film". Und den dritten Teil? Den mag er "nicht so sehr".

US-Präsident Donald Trump bei einer Pressekonferenz im Jahr 2018 in New York (Bild: Anthony Behar/ddp/Sipa USA)

Donald Trump

Dass Donald Trump ein größerer Medienprofi ist als Politiker, dürfte nach drei Jahren seiner US-Präsidentschaft auf der Hand liegen. Doch der US-Präsident steht nicht nur auf das Medium Twitter. Er dürfte sich hin und wieder auch einen Film anschauen. Ja, er hat sogar einen Lieblingsfilm. Es ist keiner mit Robert De Niro – das sei schon mal vorausgeschickt. Trump mag offenbar eher Filme, die eher seinem Politikstil ähneln – plakativ, brachial und mit einer Hau-Drauf-Haltung. Nichts für ungut, liebe Fans von Jean-Claude Van Damme, aber "Bloodsport", angeblich Trumps Lieblingsfilm, ist nun mal nicht der hellste Stern im Kinohimmel. Auch der Autor dieses Textes kannte den Martial-Arts-Film mal auswendig – da war er 12.

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Angela Merkel

Bleiben wir noch kurz in der Politik mit der Frage: Welcher ist eigentlich der Lieblingsfilm unserer Kanzlerin Angela Merkel? Die Berliner Zeitung kennt die Antwort. Die politisch kühl, überlegt, ruhig bis hin zu stillstehend agierende Merkel mag es auf Leinwand und Mattscheibe offenbar gefühlvoll. Ihr Lieblingsfilm soll der Romanzen-Klassiker "Jenseits von Afrika" sein, in dem sich Meryl Streep und Robert Redford so herzergreifend ineinander verlieben. Als Kind der ehemaligen DDR hat es Merkel auch der DEFA-Klassiker "Die Legende von Paul und Paula" angetan. Auch der Film erzählt eine Liebesgeschichte.

Jennifer Lopez

Wenn man sich einen Film 37 Mal anschaut, dann gehört er definitiv in die Kategorie "Lieblingsfilm". Das dürfte bei Jennifer Lopez demnach mit "West Side Story" der Fall sein. Dass die Schauspielerin und Musikerin den Musical-Klassiker so oft angeschaut hat, verriet sie 2009 in einem Interview. Mittlerweile dürfte sie die 50 vollgemacht haben. Bei der Liebesgeschichte frei nach William Shakespeares "Romeo und Julia" hatte sich Lopez übrigens nie mit der weiblichen Hauptfigur Maria identifiziert, die sie für "feige" hält. Vielmehr wollte Lopez immer sein wie Anita , "die sich ganz nach oben tanzt."

Sänger Justin Bieber mag offenbar derbe Filmkomödien. (Bild: ddp images / INSTAR)

Justin Bieber

2016 war Justin Bieber in der Komödie "Zoolander 2" in einer kleinen, sich selbst parodierenden Rolle zu sehen. Aus gutem Grund, wie es aussieht. Denn der Sänger scheint auf Film-Slapstick zu stehen. Biebers Lieblingsfilm ist die Klamotte "Stiefbrüder", in der Will Ferrell und John C. Reilly ein ungleiches Stiefbrüder-Paar spielen. Das teilte er 2010 in der Rubrik "25 Dinge, die Sie nicht von mir wissen" des Magazins US Weekly mit. An Stelle 17 heißt es unmissverständlich: "Stiefbrüder ist mein Lieblingsfilm."

Vin Diesel

Vin Diesel hat sich das Images eines raubeinigen Actionhelden mit Filmen wie den "Riddick"- und "Fast & Furious"-Reihen hart erarbeitet. Wenn der Schauspieler "Vom Winde verweht" als seinen Lieblingsfilm nennt, dann ist das nur vordergründig einer Überraschung. An dem Romantik-Epos gefällt ihm vor allem die männliche Hauptfigur, der Lebemann und Charmeur Rhett Butler. 2006 drückt Diesel in einem Interview mit der Frauenzeitschrift Elle seine Sympathie für den Charakter so aus: "Da sagt dieser Kerl: 'Ich bin vielleicht etwas ungeschliffen, aber ich bin der bessere Mann für dich, und du bist noch immer mit dem Schönling eingesperrt." So muss Mann also sein – kantig und willensstark.

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Johnny Depp

Dass Depp als Schauspieler das Bunte und Schrille mag, haben wir oft in den Filmen gesehen, die er mit Kultregisseur Tim Burton gedreht hat. Das Bonbon-Farbige dürfte auch der Grund sein, warum "Der Zauberer von Oz" sein absoluter Lieblingsfilm ist. In einem Interview verriet Depp einmal, dass das Filmmusical ihm in seiner Kindheit die Hoffnung gegeben hätte, eines Tages dem düsteren Leben im ländlichen Florida zu entkommen. Dass er das geschafft hat, dürfte damit wohl auch das Verdienst des Filmklassikers sein.

Antonio Banderas liebt die Filme von Orson Welles. (Bild: ddp images/GTRES)

Antonio Banderas

Für die Rubrik "Fünf Lieblingsfilme mit …" der Filmwebseite Rotten Tomatoes führte Antonio Banderas Orson Welles' Noir-Klassiker "Im Zeichen des Bösen" als einen seiner fünf Lieblingsfilme auf – neben "Der Pate", "Der Würgeengel", "Lawrence von Arabien" und Federico Fellinis "8 ½". Zur Begründung erklärte der Schauspieler lakonisch: "Ich wähle diesen Typen [Orson Welles), den Amerikaner, der Spanien liebte. Er ist in dem Land beerdigt worden, wo mein Vater geboren wurde, in Ronda, Spanien." Für das Buch "You Gotta See This" hob Banderas Welles' Meisterwerk einmal mehr hervor – zusammen mit einem anderen Film des legendären Regisseurs, "Der Glanz des Hauses Amberson".

Daniel Brühl

Zu Daniel Brühls Lieblingsschauspielern gehört der jüngere Alain Delon. Von dem späteren Delon, der mit fragwürdigen sozialpolitischen Ansichten auffiel, war er "ein wenig enttäuscht", wie Brühl der Plattform Rotten Tomatoes mitteilte. Bevor sich die französische Kino-Ikone bei vielen unbeliebt machte, wirkte er in vielen Klassikern mit. Dazu zählt auch das Noir-Meisterwerk "Der eiskalte Engel", den Brühl zu seinen Lieblingsfilmen zählt. Für das einzige Manko scheint der Schauspieler den deutschen Titel zu halten, der im Original "Le Samurai" heißt. Dazu Brühl: "Die Deutschen haben immer diese lustigen Titel." Da hat er Recht, bis auf einige und auch diese Ausnahme. "Der eiskalte Engel" ist als Titel schon nicht schlecht.

Charlize Theron liebt besonders einen Film mit Judy Garland in der weiblichen Hauptrolle. (Bild: ddp images/AFF)

Charlize Theron

Wenn Charlize Theron von dem Musical "Bretter, die die Welt bedeuten" spricht, dann gleicht das eher einem Schwärmen. Das hört sich dann so an: "Warum ich den Film so sehr mag? Es ist ein Film über eine Frau, die den Jungen stiehlt. Es macht mich einfach fertig. So gut, so gut. Es ist mein Lieblingsfilm überhaupt." (zitiert nach dem Buch "You Gotta See This" von Cindy Pearlman). Zu sagen wäre nach all dem allenfalls noch etwas zum Inhalt des vergötterten Films. "Bretter, die die Welt bedeuten" kreist um eine Frau und einen Mann (gespielt von Judy Garland und Dirk Bogarde), die lange nach ihrer Scheidung noch einmal um die Liebe ihres gemeinsamen Sohnes kämpfen.

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Julianne Moore

Julianne Moore ist besonders begeistert von Roman Polanskis Gruselklassiker "Rosemaries Baby". An diesen Film denke sie immer als erstes, wenn sie sich einen Film anschauen wolle, sagte sie in einem Interview mit der New York Times. Vor allem der Anfang des Horrorfilms hat es ihr angetan. Das Meisterwerk kreist um eine Frau, die schwanger wird. Es verdichten sich die Hinweise, dass nicht ihr Ehemann der Vater ist, sondern der Leibhaftige, der sie im Zustand des Deliriums geschwängert hat.

Tilda Swinton

Tilda Swinton gehört zu den schillernden Charakterdarstellern der Gegenwart. Etwas ausgefallen scheint auch ihr Filmgeschmack zu sein. Swinton nennt die Klamotte "Brüno" als ihren Lieblingsfilm. Darin spielt Sacha Baron Cohen den schwulen Moderator einer Modesendung, der seinen Job verliert und dann in Hollywood Karriere machen will. Ein Highlight der Komödie: Brüno ist durchgehend in den schrillsten Klamotten zu sehen. Das wiederum passt zu Swinton, die für ihre Rollen gerne unter Kostümen und hinter Masken verschwindet – wie man zuletzt eindrucksvoll in Luca Guadagninos Neuverfilmung des Gruselklassikers "Suspiria" sehen konnte.

Regisseurin Kathryn Bigelow schwärmt von einem Film ihres Ex-Mannes. (Bild: ddp/INTERTOPICS/Empics/Isabel Infant)

Kathryn Bigelow

Kathryn Bigelow war mit James Cameron von 1989 bis 1991 verheiratet. Bis zur Trennung dürfte "Der Terminator" einer der Faktoren gewesen sein, die sie zusammenschweißte. Cameron drehte den Action-Klassiker, der zu einem der Lieblingsfilme Bigelows wurde. Noch heute ist sie voll des Lobes für den Film. Hier einige Auszüge aus ihrem Kommentar in Rotten Tomatoes: Demnach sei "Der Terminator" "bahnbrechend" gewesen und ein echter "game changer", richtungsweisend also. Es war, als hätte Cameron mit dem Film die Box von Pandora geöffnet, so die Regisseurin. Danach wäre die Filmwelt eine ganz andere gewesen.

David Fincher

Wie lässt sich wohl eine Brücke schlagen von "Ich glaub', mich tritt ein Pferd" zu den Filmen David Finchers"? Spuren einer der schrillsten Anarcho-Komödie überhaupt lassen sich im Werk des Regisseurs von so abgründigen Filmen wie "Sieben", "Fight Club" und "Zodiac: Die Spur des Killers" nun wirklich nicht entdecken. Wir lassen den Versuch, Parallelen zu finden, und freunden uns einfach mit der Tatsache an, dass der Kultfilm von John Landis zu den Lieblingsfilmen Finchers gehört. Übrigens: Fincher zählt zu seinen Lieblingsfilmen unter anderem auch "Chinatown", "Taxi Driver", "Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt", "Der Terminator" und "Mad Max 2 – Der Vollstrecker". Na bitte, damit dürfte die Welt wieder auf den Füßen stehen.

Jim Jarmusch

Auch Jim Jarmusch hat für die Webseite Rotten Tomatoes seine fünf Lieblingsfilme aufgezählt. Darunter befindet sich bemerkenswerterweise auch der Action-Thriller "Atomic Blonde" mit Charlize Theron als taffe Spionin. Für den Kultregisseur ist das der "ultimative feministische Actionfilm". Und Theron verkörpere für ihn die Idee einer weiblichen Superheldin. Sie sei in dem Film mit ihrer "Balance aus Weiblichkeit, Verletzlichkeit und knallharter Stärke" "wirklich großartig", so Jarmusch.

Quentin Tarantino ist ein großer Fan des legendären Regisseurs Sergio Leone. (Bild: Billy Bennight/ZUMA/ddp)

Quentin Tarantino

Quentin Tarantino gehört zweifellos zu den größten Cineasten der Welt. Unwahrscheinlich ist es nicht, dass der Kultregisseur so ziemlich jeden Film gesehen hat, die je produziert wurden. Das bemerkenswerte: Sein Filmgeschmack pendelt von gröbstem Trash zu feinster Filmkunst. Das merkt man auch an den Listen seiner Lieblingsfilme des Jahres oder aller Zeiten, die er gerne der Öffentlichkeit mitteilt. Ein Film, der in den Rankings immer wieder auftaucht, ist der Italowestern-Klassiker "Zwei glorreiche Halunken" von Sergio Leone, einem der Lieblingsregisseure Tarantinos.

Laut Quentin Tarantino gibt es derzeit einen "einen Krieg der Filme" - das meint er damit

Peter Handke

Der Schriftsteller Peter Handke ist tief in der Filmkultur verwurzelt. Kino und Film tauchen in seinem Werk oft als Motive auf. Als Essayist hat er sich mit dem Wesen des Films auseinandergesetzt. Einige Filme hat er sogar selbst inszeniert, darunter "Die linkshändige Frau" nach seinem eigenen Roman. Und: Mit dem Regisseur Wim Wenders hat er mehrfach bei Filmprojekten zusammengearbeitet. Für "Himmel über Berlin" etwa schrieb er am Drehbuch mit. Doch weder dieses noch ein anderes Werk Wenders ist der Lieblingsfilm des Literaturnobelpreis-Gewinners. Diese Ehre wird der Webseite HD Austria zufolge dem Beatles-Film "A Hard Day's Night" zuteil, dessen "Direktheit von Show und Theatralik" und die "direkte Ansprache des Publikums" Handke daran besonders gefällt.

Karl Lagerfeld liebte keinen Film mehr als einen 100 Jahre alten Stummfilm-Klassiker. (Bild: Jerome Domine/ABACAPRESS/ddp images)

Karl Lagerfeld

Karl Lagerfelds Liebe zum Film reicht bis zurück in die Stummfilmzeit. Im Jahr 1919 erschien jener Film, der es dem Anfang 2019 verstorbenen Modedesigner besonders angetan hatte. Lagerfeld hatte mehrfach "Das Cabinet des Dr. Caligari" zu seinem Lieblingsfilm erklärt. Seine Bewunderung für das filmexpressionistische Meisterwerk von Robert Wiene ging so weit, dass er sich sogar ein seltenes Filmplakat gekauft hatte, wie er in einem Interview mit der Zeitschrift Die Zeit verriet.

Manuel Neuer

Man könnte ja meinen, dass das Fußballdrama "Das Wunder von Bern" oder die Doku "Deutschland. Ein Sommermärchen" der Lieblingsfilm von Torwart Manuel Neuer ist. Weit gefehlt. Der Nationalspieler und Bayern-Torhüter mag es filmisch etwas abgründiger. Nach einem Bericht der Südwest Presse ist sein Lieblingsfilm Martin Scorseses bitterböse Wirtschaftssatire "The Wolf of Wall Street".

Joachim Löw kennt sich nicht nur mit Fußball aus, er ist auch ein Filmkenner (Bild: ddp / Fox-Images)

Joachim Löw

Auch der Filmgeschmack von Joachim Löw liegt jenseits der Fußball-Thematik. Der Bundestrainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft soll ein großer Fan von Quentin Tarantino sein. Als der 2016 anlässlich der Deutschlandpremiere seines Western "The Hateful 8" zur Pressekonferenz lud, mischte sich Löw unter die Teilnehmer. Dabei hörte er aufmerksam zu, was der Regisseur und seine Hauptdarsteller Kurt Russell und Jennifer Jason Leigh über den Film zu sagen hatten und machte Bilder. Ob "The Hateful 8" auch der Lieblingsfilm Löws ist? Mag sein! Irgendeiner der neun Filme des Regisseurs wird es wohl sein.