Das Netz macht sich über das Heimatministerium lustig

Die GroKo – jetzt auch mit einer Heimat (Bild: AP)

Der Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD steht. Und einer freut sich darüber ganz besonders: Horst Seehofer. Denn der soll künftig nicht nur als Innenminister, sondern auch als Heimatminister dienen. Kein Wunder, dass das Wort “Heimatministerium” nun heiß im Netz diskutiert wird. Eine Parodie – finden viele.

“Heimat- und Innenminister Seehofer? Ist das Satire?“, fragt der Grünen-Politiker Özcan Mutlu bei Twitter. “Seid ihr so scharf auf die GroKo, dass ihr sogar dazu ja sagt?” Die Idee eines solchen Ministeriums ist bei der Union schon länger populär. Das Bundesinnenministerium wird um die Bereiche Bau und Heimat erweitert – und Seehofer darf sich künftig wahrscheinlich Heimatminister nennen.

Doch ist es tatsächlich schlau, einem Ministerium die Zuständigkeit für “Heimat“ zu geben, einem Begriff, der vor allem seit der Debatte um Migration und die Folgen der Flüchtlingskrise für Aufregung sorgt?  Satiriker Jan Böhmermann hat ebenfalls eine klare Meinung dazu und twittert: “Kida Khodr Ramadan heißt der beste deutsche Schauspieler. Fatih Akin ist der erfolgreichste deutsche Filmregisseur. Und die Fahne trägt nun schon fast ein ganzes, trauriges Jahr Deniz Yücel aus Flörsheim. Schieb dir das mal ganz tief in dein peinliches Heimatministerium rein!”

“Ich nominiere Heimatministerium schon mal als Unwort des Jahres 2018!, erklärt ein Twitter-User.

Ein anderer findet: “Seitdem die CSU in Bayern 2013 ein Heimatministerium eingeführt hat, hat sie 10% verloren und die AfD 10% gewonnen.Bravo #GroKo, der Preis für gefährlichen Quatsch geht schon im Vorfeld an euch!”

Und ein Dritter fragt: “Muss ich mir nun ne Lederhose kaufen?”

Und weil das Ganze so schön ist, gibt es im Netz auch einen eigenen “Heimatministerium”-Account, der die Thematik auf die Schippe nimmt. Nur drei Stunden nachdem er ins Leben gerufen wurde, hatte der Account schon rund 1000 Follower, inzwischen sind es bereits über 5.000.

Der Satire-Account twittert zu wichtigen deutschen Themen, wie zum Beispiel zum Singen der Nationalhymne, Essensvorschlägen für die Kantine und zum wichtigsten deutschen Nahrungsmittel: dem Bier.

Außerdem werden Tipps darüber geben, die einen der Heimat ein Stück näher bringen.

Die reinste Parodie also. Oder um es mit den Worten des Satiremagazins “Extra 3” auszudrücken: “Durchsage: Die Weiterfahrt dieses Landes verzögert sich um weitere vier Jahre.“