Das Gehalt Ihrer Kollegen ist nicht länger ein Geheimnis

Männer in vergleichbaren Positionen verdienen rund sechs Prozent mehr als ihre weiblichen Kollegen. (Bild: ddp)

Ab dem 6. Januar tritt ein neues Lohntransparenz-Gesetz vollständig in Kraft. Es soll dabei helfen, die Arbeitswelt ein wenig gerechter zu gestalten. Dabei hat die Initiative der früheren Familienministerin auch einen großen Haken.

Ein wenig sperrig kommt der Name des Gesetzes daher, das so vieles einfacher machen soll: Gesetz zur Förderung der Transparenz von Entgeltstrukturen. Was die Initiative der früheren Familienministerin Manuela Schwesig bewirken soll? Mehr Gerechtigkeit in der undurchsichtigen Arbeitswelt.

Auf den Weg gebracht wurde das Gesetz schon im Sommer 2017, doch zum 6. Januar tritt es vollständig in Kraft. „Das Gesetz stellt klar, dass Frauen und Männer für die gleiche oder eine gleichwertige Arbeit auch dasselbe Entgelt erhalten müssen“, heißt es in der 23 Seiten umfassenden Erklärung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

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Mit dem Auskunftsanspruch, der am 6. Januar in Kraft tritt, erhielten Beschäftigte das Recht, zu erfahren, wie sie im Vergleich mit einer Beschäftigtengruppe, die die gleiche oder gleichwertige Arbeit verrichte, bezahlt würden, zitiert „Bild.de“ die geschäftsführende Bundesfamilienministerin Katarina Barley (SPD).

Sie erfahren, was das andere Geschlecht im Schnitt verdient

Der Auskunftsanspruch besteht in Betrieben mit mehr als 200 Beschäftigten. Wer sich nun erhofft, zu erfahren, was einzelne Mitarbeiter verdienen, wird allerdings enttäuscht. Stattdessen wird das Durchschnittsgehalt (der Median) von fünf Kollegen mit vergleichbarer Tätigkeit des jeweils anderen Geschlechts berechnet.

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Dies kommt vor allem Frauen zugute, die für den gleichen Job schlechter bezahlt werden als ihre männlichen Kollegen. Allerdings werden sie das nur dann erfahren, wenn es mindestens sechs Personen gibt, die eine ähnliche Position innehaben. Dann müssen Arbeitgeber oder der Betriebsrat ein Auskunftsverlangen innerhalb von drei Monaten in Textform beantworten.

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