Trauer um Darts-Legende: Er wog teils 200 kg

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Trauer um Darts-Legende: Er wog teils 200 kg
Trauer um Darts-Legende: Er wog teils 200 kg

Die Darts-Welt trauert um Andy Fordham.

Der frühere Weltmeister der BDO, auch bekannt als "The Viking", starb im Alter von 59 Jahren in einem Krankenhaus an schwerem Organversagen.

Fordham, der 2004 die World Professional Darts Championship der British Darts Organisation (BDO) gewann, hatte bereits seit langem mit zahlreichen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen: Er litt unter anderem unter starkem Übergewicht, im vergangenen Jahr musste er sich einer Darmoperation unterziehen, außerdem erkrankte er im Januar an Corona.

Legendäres WM-Duell mit van Barneveld

Das Karriere-Highlight des Manns aus Bristol war der WM-Sieg 2004 nach dem gewonnenen Finale gegen Mervyn King. Zuvor hatte Fordham in einem dramatischen Match Raymond van Barneveld ausgeschaltet, in dem er einen 0:3- und einen 2:4-Rückstand in einen 5:4-Sieg drehte.

Das Schwergewicht war auch wegen seiner lockeren Art populär, abzulesen unter anderem an seiner selbstironischen Einzugsmusik: "I'm too sexy" von Right Said Fred.

Andy Fordham hatte seit langem Probleme

Fordhams Gewicht und sein genereller Fitnesszustand hatten ihm allerdings schon frühzeitig ernste Probleme bereitet: Im Jahr seines Titelgewinns musste er ein großes Duell der Weltmeister gegen Ikone Phil Taylor - Champ des Konkurrenzverbands PDC - wegen Atemnot abbrechen. 2007 kollabierte er vor einem WM-Match gegen "The Wizard" Simon Whitlock - erneut wegen Atemproblemen, weil er infolge einer Brust-Infektion Wasser in der Lunge hatte.

Seine Gewichtsprobleme bekämpfte Fordham auch in einer Reality-TV-Show namens "Celebrity Fit Club" - der zeitweise 200 Kilo schwere Fordham hatte von seinen Ärzten zuvor eröffnet bekommen, dass seine Leber nur noch zu 25 Prozent funktionsfähig gewesen war. Er hatte offen eingeräumt, dass er auch während seiner Matches teils große Mengen Alkohol zu sich genommen hatte: Das Spiel wäre ihm ab einem gewissen Pegel leichter gefallen.

Fordham schien auf eine Transplantation angewiesen zu sein, nachdem er erfolgreich dem Alkohol abschwor und rund 100 Kilo verlor, besserte sich sein Zustand.

Fordham war zwischenzeitlich auch bei der PDC aktiv, 2015 feierte er beim Grand Slam of Darts gegen Wayne Jones nach jahrelanger Durststrecke seinen letzten größeren Sieg. Sein früher Tod weckt Erinnerungen an das Schicksal des fünfmaligen Weltmeisters Eric Bristow, der ebenfalls schwerer Trinker war und 2018 unter dramatischen Umständen mit nur 60 Jahren verstarb.

Kollegen nehmen Abschied von Fordham

"Wir sind zutiefst betroffen vom Verlust der Darts-Legende Andy (The Viking) Fordham zu hören, ein wahrer Gentleman des Spiels, der von allen sehr vermisst werden wird", erklärte die BDO in einem Statement. Auch PDC-Präsident Barry Hearn kondolierte, nannte Fordham "einen der Spieler mit dem weltweit größten Wiedererkennungswert", er sei "eine tolle Persönlichkeit und ein liebenswürdiger Mensch gewesen".

Auf Twitter verabschiedeten sich mehrere Kollegen von Fordham.

"Traurig, vom Ableben einer Legende zu hören, unsere Gedanken sind bei seiner Familie", erklärte Adrian Lewis, der zweimalige Weltmeister der Professional Darts Corporation (PDC).

Rob Cross, PDC-Weltmeister von 2018, schrieb: "Solch traurige Nachrichten, dass Andy Fordham gestorben ist. Eine wahre Legende und ein Gentleman des Sports. Meine Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Freunden."

Auch weitere aktuelle Darts-Größen wie Michael van Gerwen, Glen Durrant und Fallon Sherrock reagierten via Twitter bestürzt.

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