Darf Alfie nach Hause?

Alfies Eltern haben mit den Ärzten des Liverpooler Krankenhauses über eine Verlegung ihres Sohnes nach Hause verhandelt. Zuvor waren sie erneut vor Gericht gescheitert: Ein Londoner Berufungsgericht entschied, dass der knapp zwei Jahre alte Junge nicht zur weiteren Behandlung nach Italien ausgeflogen werden darf.

Laut dem Berufungsrichter dürfe die Familie ihren Sohn allerdings nach Hause nehmen, wenn das Krankenhaus die Erlaubnis erteile. Die Eltern verfügen über ein privates medizinisches Team, das in der Lage ist, den Jungen zu versorgen. Nach ihren Angaben ist der Zustand des Jungen nicht so schlimm, wie das Krankenhaus es darstelle. Die dortigen Ärzte hätten keine richtige Diagnose gestellt.

Alfie hat die meiste Zeit seines Lebens im Alder Hey Kinderkrankenhaus verbracht. Er leidet an einer seltenen neurologischen Krankheit, die noch nicht klar diagnostiziert ist. Er ist in einem halb vegetativen Zustand. Die Klinik hält weitere lebenserhaltende Maßnahmen für sinnlos. Sie will Alfie weiteres Leid ersparen.

Alfie bewegt die Welt

Der Fall hat weltweit Aufsehen erregt. Die Eltern hatten sich in den vergangenen Monaten durch alle Gerichtsinstanzen geklagt und selbst den Europäischen Gerichtshof angerufen, um das Beenden der lebenserhaltenden Maßnahmen zu verhindern.

Aber am Montag wurden die künstliche Ernährung und die Beatmung für Alfie eingestellt. Zur Überraschung seiner Ärzte atmete der Junge von alleine weiter. Die Eltern bleiben unnachgiebig, vor dem Krankenhaus haben sich viele Unterstützer versammelt. Sie fordern die Ärzte auf, den Eltern zu erlauben, ihren Sohn nach Hause zu bringen.