Danke, liebes Amt: Elterngeld-Anträge sind das Bürokratie-Abitur

Damit bezog sich die Sprecherin auf die jüngsten Ereignisse in Sachsen-Anhalt.

Es gibt bekannte Erziehungsratgeber, den dänischen Familientherapeut Jesper Juul zum Beispiel oder den Schweizer Kinderarzt Remo Largo. Weniger bekannt ist die pädagogische Arbeit der Berliner Ämter. Es handelt sich um ein geheimes Programm zur Erziehung der Eltern, das Berliner Bildungsprogramm.

Das Training beginnt harmlos, man denkt, man stellt nach der Geburt einen Antrag zur finanziellen Unterstützung bei der Elterngeldstelle, aber schon ist man mittendrin. Die Elterngeld-Anträge sind so entworfen, dass sie maximale Aufmerksamkeit verlangen, mit Formularen, die „Anlage E +“ heißen. Sie sollen die Mütter und Väter, nach der Geburt oft emotional überwältigt, wohl in das gesellschaftliche Leben zurückführen.

"Aus dem Leben wurde Amt"

Leben und Amt tauschten die Plätze, aus dem Leben wurde Amt, und aus dem Amt wurde Leben. Das schrieb einst Franz Kafka als einen Vorgriff auf die Erfindung des Elterngeldes. Mit ein bisschen Mühe kommt man beim Ausfüllen der Formulare im Wochenbett in Schwung. Wenn man das Wort „Einkommensersatzleistungen“ zwanzig Mal still aufsagt, klappt das mit dem Milcheinschuss gleich besser.

Ich sammelte Papiere, Belege, Formulare. 52 Seiten schickte...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung