Dank, Lob und Tipps von Rossi und Co. für MotoGP-Debütant Garrett Gerloff

Mario Fritzsche
·Lesedauer: 4 Min.

Das MotoGP-Debüt von Garrett Gerloff beschränkt sich vorerst auf einen Tag, was aber alles andere als an der Leistung des jungen US-Amerikaners liegt. Während Yamaha-Stammfahrer Valentino Rossi am Freitag des laufenden Valencia-Wochenendes auf das Ergebnis seines zweiten Coronatests wartete, fuhr Gerloff die zweite Werks-Yamaha neben jener, die von Maverick Vinales bewegt wurde.

Im ersten Freien Training (FT1) auf nasser Piste klassierte sich Gerloff in Reihen der 21 Piloten auf Anhieb auf P16. Im zweiten Freien Training (FT2), als aufgrund besserer Streckenbedingungen schnellere Runden gedreht wurden, rutschte der US-Amerikaner zwar auf P19 ab. Sein Rückstand auf die Spitze aber war nahezu identisch. Sowohl auf mit Regenreifen auf nasser Piste als auch mit Slicks auf weitestgehend trockener Piste lag der Yamaha-Youngster aus der Superbike-WM weniger als 1,6 Sekunden zurück.

Bildergalerie: Garrett Gerloffs MotoGP-Debüt

Noch im Verlauf der Nachmittagssession kehrte Rossi in die Yamaha-Box zurück, da sein zweiter Coronatest ebenfalls mit Ergebnis negativ ausgewertet wurde. Ab dem dritten Freien Training am Samstagvormittag wird der Italiener fahren und Gerloff zuschauen. Eindruck aber hat der 25-jährige Texaner in den beiden Freitagstrainings allemal hinterlassen. Und Spaß hatte er ohnehin.

Gerloff schwärmt von "unglaublicher Erfahrung"

"Alles in allem war es einfach eine unglaubliche Erfahrung", schwärmt Gerloff im Gespräch mit 'MotoGP.com' und merkt an, dass er von seiner Platzierung in der Zeitenliste sogar "ein bisschen enttäuscht" ist: "Letzten Endes habe ich weiter hinten abgeschnitten als ich wollte, aber das kommt wohl einfach noch mit etwas mehr Erfahrung mit den Reifen, dem Bike und der Strecke."

Garrett Gerloff: Als Rossi-Ersatz ohne jede Erfahrung sofort im Mittelfeld

Garrett Gerloff: Als Rossi-Ersatz ohne jede Erfahrung sofort im Mittelfeld<span class="copyright">Yamaha</span>
Garrett Gerloff: Als Rossi-Ersatz ohne jede Erfahrung sofort im MittelfeldYamaha

Yamaha

Das MotoGP-Bike "unterscheidet sich ziemlich stark vom Superbike", hat Gerloff am Freitag das erkannt, was ihm Eintages-Teamkollege Vinales schon am Donnerstag mit auf den Weg gegeben hatte. Wie es der MotoGP-Debütant aus den USA ausdrückt, ist "die M1 im Grunde die R1, aber auf einem höheren Level. Trotzdem lässt sie sich angenehm fahren. Es ist nicht so, dass sie ein absolutes Biest wäre".

Nach dem zweiten Training traf Gerloff in der Yamaha-Box dann auf Rossi, der mit seinem zweiten negativen Coronatest-Ergebnis die Freigabe erhalten hat, das Fahrerlager zu betreten: "Als ich nach der zweiten Session an die Box zurückkam, sah ich Valentino dort und er sagt zu mir 'Klasse Job.'"

Lob und Tipps von Rossi - Lob auch von Miller und Bradl

"Das war wie ein Traum", strahlt Gerloff und fügt mit einem Grinsen hinzu: "Er sagte zu mir: 'Danke, dass du dich um mein Bike gekümmert hast.'" Neben dem Lob von Rossi drehte sich das Gespräch laut Gerloff auch "um Dinge, die er gesehen hat und wo ich mich noch verbessern kann. Da kann ich nur sagen, dass es natürlich eine riesige Hilfe ist, wenn dir jemand wie er so etwas sagt".

Lob für Gerloffs Vorstellung am Freitag gibt es auch von anderen arrivierten MotoGP-Piloten. "Richtig gut, richtig gut", staunt Jack Miller und holt aus: "Es war toll, ihm zuzuschauen. Und es ist großartig, dass es hier wieder einen Amerikaner gibt. Ich bin ein großer Fan von Garrett. Er hat sich einfach draufgesetzt. Die Bedingungen waren wirklich denkbar schlecht, aber er hat es gut gemacht. Er hat keine Fehler gemacht."

Auf den Geschmack gekommen: Nach einem Tag als MotoGP-Pilot will Gerloff mehr

Auf den Geschmack gekommen: Nach einem Tag als MotoGP-Pilot will Gerloff mehr<span class="copyright">Yamaha</span>
Auf den Geschmack gekommen: Nach einem Tag als MotoGP-Pilot will Gerloff mehrYamaha

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Hinzu kommt noch die Tatsache, dass es ausgerechnet Rossi ist, den Gerloff als Debütant für einen Tag vertreten musste beziehungsweise durfte. "Jemanden wie Rossi zu ersetzen, obwohl er nie zuvor ein MotoGP-Bike pilotiert hat, da kann man einfach nur den Hut ziehen", so Miller, der nochmals unterstreicht: "Er hat es richtig gut gemacht."

Apropos eine MotoGP-Größe vertreten: Auch Marc Marquez' Ersatzfahrer Stefan Bradl zeigt sich von Gerloffs Einstand beeindruckt: "Wir haben im [Honda-]Team darüber gesprochen und kamen zum Schluss, dass er heute einen sehr guten Job gemacht hat. Er war in beiden Sessions sehr stark. Ich habe gesehen, wie er das Bike fährt. Er sah aus wie ein erfahrener Fahrer. Er hat sich erstklassig geschlagen und deshalb glaube ich, dass Yamaha richtig entschieden hat, ihn auf das Bike zu setzen."

Gerloff selbst merkt nach seinem ersten Tag als MotoGP-Pilot noch an: "Alles in allem bin ich recht zufrieden. Jetzt will ich eine weitere Chance, um dieses Bike noch ein bisschen ausgiebiger fahren zu können. Zwei 45-minütige Sessions sind definitiv nicht genug."

Weitere Co-Autoren: Mark Bremer. Mit Bildmaterial von Yamaha.