Caligiuris Glückstor hievt Schalke in die Spitzengruppe

Schalkes Daniel Caligiuri war der Mann des Tages in Freiburg

Schalke 04 bleibt in der Erfolgsspur. Die Königsblauen setzten sich am 11. Bundesliga-Spieltag 1:0 (0:0) beim SC Freiburg durch und sind seit sechs Pflichtspielen ungeschlagen. Der SC verlor dagegen sein erstes Heimspiel nach elf Pflichtspielen ohne Niederlage.

Dass dieser Sieg glücklich zustande kam, gestand nach dem Spiel auch Schalkes Trainer Domenico Tedesco. "Freiburg hat uns überrascht. Wir brauchten Plan B. Und am Ende war es ein glücklicher Sieg", sagte Tedesco: "Ich bin trotz des Erfolgs mit unserem Auftritt nicht komplett glücklich. Wir nehmen Hausaufgaben von diesem Spiel mit - und für den SC tut es mir ehrlich gesagt ein bisschen leid."

Mitleid hatte auch Daniel Caligiuri, der den Siegtreffer erzielte (62.) - und damit die Krise seines Ex-Klubs verschärfte. (DATENCENTER: Die Tabelle)

Caligiuri jubelt nur kurz

"Ich habe nur kurz gejubelt, denn ich habe viel Respekt vor dem SC. Hier in der Heimat hat alles begonnen, ich hatte hier eine wunderbare Zeit. Ich habe Freiburg viel zu verdanken", sagte der Torschütze, dessen Distanzschuss von seinem früheren Teamkollegen Christian Günter ins SC-Tor abgelenkt wurde (62.).

"Ich habe ein bisschen Mitleid mit Freiburg, sie haben vor allem in der ersten Hälfte sehr gut gespielt", meinte Caligiuri.

Die Highlights des Spieltags am Sonntag ab 9.30 Uhr in Bundesliga Pur

Lange Pause für Frantz

Freiburgs Trainer Christian Streich bedankte sich zwar artig für die warmen Worte - trösten konnten sie den Freiburger Trainer allerdings nicht. "Die Punktesituation ist furchtbar", sagte der Coach, dessen Klub mit lediglich acht Zählern auf den Relegationsplatz abgerutscht ist. Zudem verlor der SC, der erst einen Dreier geholt hat, sein erstes Heimspiel nach elf Pflichtspielen ohne Niederlage.

Doch damit nicht genug. Laut Streich erlitt Mittelfeldspieler Mike Frantz einen Innenbandriss im Knie und fällt mehrere Wochen aus. Die Verletzung des 31-Jährigen verschärft die ohnehin angespannte personelle Lage bei den Breisgauern zusätzlich. Schon gegen Schalke fehlten acht Profis.

Schalke beginnt unkonzentriert

Vor 24.000 Zuschauern im ausverkauften Schwarzwaldstadion waren die Schalker, deren Confed-Cup-Sieger Leon Goretzka aufgrund einer knöchernen Stressreaktion im Unterschenkel fehlte, in der Anfangsphase unkonzentriert. Die Gäste leisteten sich viele Fehler, Freiburg kam deutlich besser in die Partie. (SERVICE: Der Ticker zum Nachlesen)


Die personell gebeutelten Breisgauer, die ohne Florian Niederlechner, Manuel Gulde, Philipp Lienhart, Vincent Sierro, Georg Niedermeier, Caglar Söyüncü, Jonas Meffert und Karim Guede auskommen mussten, konnten sich zunächst aber auch keine klaren Torchancen erarbeiten. (DATENCENTER: Spielplan und Ergebnisse)

Haberer räumt Streich an der Seitenlinie ab

So blieb das Foul des Schalkers Benjamin Stambouli an Janik Haberer, der im Fallen seinen Trainer Streich an der Seitenlinie von den Beinen holte (3.), die aufregendste Szene der ersten Viertelstunde.

Streich trug eine Verletzung an der rechten Schulter davon. Der Coach machte immer wieder Mobilitäts-Übungen, blieb aber dennoch aktiv wie immer am Spielfeldrand.

Alu-Treffer auf beiden Seiten

Bis Mitte der ersten Hälfte brachten die Schalker in der Offensive so gut wie nichts zustande, Goretzka fehlte an allen Ecken und Enden. Freiburg bestimmte das Spiel, richtig gefährlich wurde es aber in beiden Strafräumen nicht. Das änderte sich in der 29. Minute. Der Schalker Yevhen Konoplyanka war frei durch, traf aber nur den Pfosten.


Kurz darauf machte es Nils Petersen auf der Gegenseite nicht besser, der Stürmer scheiterte an der Latte (32.). Nur fünf Minuten später gelang dem Polen Bartosz Kapustka bei seinem Debüt im SC-Trikot per Distanzschuss das gleiche Kunststück.

Nach dem Seitenwechsel war es erneut der ansonsten starke Petersen, der die große Chance zur Freiburger Führung vergab (50.). Zwölf Minuten später wurde der Distanzschuss Caligiuris von Günter ins eigene Tor abgefälscht. Von diesem Schock erholten sich die Freiburger lange nicht.

Matchwinner Caligiuri dagegen freute sich auf entspannte Stunden in der Heimat: "Ich gehe nach Hause zu meiner Frau und genieße den Abend."