Danilo Petrucci analysiert Jorge Lorenzos Raketenstarts

Sebastian Fränzschky
Laut Danilo Petrucci hat Jorge Lorenzo viel Zeit investiert, um seine Starts zu verbessern – Wie groß ist das Risiko, das der Spanier dabei in Kauf nimmt?

Jorge Lorenzo ist momentan der beste Starter der MotoGP. Mit seinem furiosen Start in Assen sorgte der Ducati-Pilot für Aufsehen. Von Startplatz zehn aus schoss Lorenzo binnen weniger Kurven an die Spitze. "Die Starts sind ein natürliches Talent von mir. Das war mir angeboren", scherzt der Spanier und verrät nicht, was sein Geheimnis ist.

Ducati-Markenkollege Danilo Petrucci hat Lorenzos Starts analysiert. "Es war unglaublich, was er in Assen machte. Er stand neben mir und war in Kurve 1 bereits Dritter. Am Ende der ersten Runde führte er das Rennen an. Ich blieb auf der zehnten Position", wundert sich Petrucci.

"Er ist ein sehr guter Starter. Er pusht immer sehr stark, wenn er seine Installationsrunde fährt. Das ist in allen Trainings der Fall. Er ist unglaublich schnell in der ersten Runde des Trainings. Er akzeptiert das Risiko, denn in der ersten Runde sind die Reifen nicht richtig auf Temperatur", erklärt Petrucci und betont: "Die Reifen sind noch nicht bereit, um zu pushen."

"Ich denke, es geht darum, wie man das Motorrad fühlt. Er ist ein Champion und hat in bestimmten Bereichen Reserven", grübelt der Italiener, der sich die Daten von Lorenzo genau angeschaut hat. "Seit ein paar Rennen versuchen wir, seine Starts zu kopieren. Wir versuchen, in der Einführungsrunde effizienter vorzugehen. Doch man riskiert da sehr viel."

"Wenn man in der Einführungsrunde stürzt, dann sagen alle, dass man ein Schwachkopf ist, denn es geht um nichts. Ihm scheint es leicht zu fallen, in der ersten Runde schnell zu sein", kommentiert Petrucci und fügt hinzu: "Ich denke, er hat das sehr intensiv trainiert. Ich erinnere mich, dass er zu Beginn seiner MotoGP-Karriere schlechte Starts hatte."