Daniela Katzenberger: Das steht in ihrer neuen Zeitschrift

Daniela Katzenberger zeigt stolz ihr neues Magazin (Bild: Instagram.com/ Daniela Katzenberger)

Daniela Katzenberger mag man oder eben nicht. Ich persönlich mochte sie am Anfang ihrer Karriere eigentlich ganz gerne. Sie war erfrischend ehrlich, zumindest verkaufte sie sich so. Mittlerweile tue ich mich mit der öffentlichen Person Daniela Katzenberger wirklich schwer. In einer Zeit, in der sich immer mehr um Body Positivity, Emanzipation und Feminismus dreht, geht – zumindest für mich – eine Positionierung als einfach gestricktes, oberflächliches Blondchen vollkommen an der Realität vorbei.

Dementsprechend verblüfft war ich im ersten Moment, als die selbsternannte Tussi via Facebook eine Überraschung ankündigte und sich eben diese als eine neue Zeitschrift mit dem Titel „Daniela Katzenberger“ herausstellte. Mit welchen Inhalten – abgesehen von den üblichen Werbeprodukten der Katze und privaten Details – soll diese Zeitschrift denn bitte gefüllt sein? Die Neugier siegte schließlich und ich zog los, um mir am ersten Erscheinungstag das “Daniela Katzenberger”-Magazin einmal genauer anzusehen.

Um das Magazin zu bekommen, musste ich allerdings erst bei der Kiosk-Verkäuferin danach fragen. Die Kollegin, die am Morgen immer die Lieferungen annimmt, habe die Zeitschrift scheinbar gar nicht erst ausgepackt und mit dem Vermerk “zurückschicken” auf dem Lieferschein versehen, erzählt sie mir. Aber für mich packe sie die Zeitschrift natürlich gerne aus.

So sieht die erste Ausgabe von Daniela Katzenbergers eigener Zeitschrift aus (Bild: Yahoo Redaktion)

Nachdem ich 2,99€ (!) für die Zeitschrift bezahlt habe, die im Übrigen alle zwei Monaten erscheinen soll, sehe ich mir das pinkeste Cover aller pinken Zeitschriften-Cover erstmal genauer an.

Laut Titelblatt erfahre ich im Magazin, wie ich selbst zur „Katze“ werde (Schminktipps), dass Daniela Katzenberger eine Außenseiterin war, aber „damit ist jetzt Schluss!“ und dass die Katzenberger mir alles über ihre „verrückte Liebe“ zu Lucas erzählen wird.

“Neben einem kräftigen Mann wirkt man als Frau IMMER schlanker”

Nach einem kurzen Vorwort verrät die Katze auch schon die ersten intimen Details: Den Inhalt ihrer Handtasche. Seltsamerweise befindet sich darin kein Geldbeutel, aber ein “Pfft-Pfft To Go” (Deo-Spray) und Kuschelsocken. Frau muss eben Prioritäten setzen und mit Promi-Status gibt es bekanntlich ja auch vieles geschenkt.

(Bild: Yahoo Redaktion)

Ein paar Seiten weiter dann die versprochenen Enthüllungen zur verrückten Lovestory von Cordalis und Katzenberger. Ich kann die Titelstory aber nicht zu Ende lesen, zu sehr ärgere ich mich über die zahlreichen Aussagen, die ein Frauenbild vermitteln, das für mich einfach nicht mehr zeitgemäß ist. Der traurige Höhepunkt: Lucas Cordalis war eigentlich nicht Danielas Typ, denn er war ihr nicht kräftig genug. Warum? Der Grund ist so aus der Zeit gefallen wie dämlich: “Neben einem kräftigen Mann wirkt man als Frau IMMER schlanker.”

Ich blättere weiter: Auf jeder Seite prangt mindestens ein Bild der Katze, 88 davon sind laut Titelblatt exklusiv, auf den meisten strahlt sie fast schon übertrieben fröhlich in die Kamera. In den Artikeln des Heftes gibt es zahlreiche Einblicke in das Leben des Reality-TV-Stars: Einen Blick hinter die TV-Kulissen, eine wohltätige Organisation in der Nähe von Danielas Heimatstadt wird vorgestellt und auch ein Treffen mit zwei begeisterten Fans des TV-Sternchens wurde redaktionell begleitet. Fanherzen dürfte das tatsächlich höher schlagen lassen.

(Bild: Yahoo Redaktion)

Ebenfalls im Heft vertreten ist aber auch eine Klatsch- und Tratsch-Sektion mit Promi-News. Die Katze ist natürlich ein riesiger Fan von Herzogin Kate, die laut der Katze keine Prinzessin auf der Erbse, sondern “ein echter Kumpel” ist. Kylie Minogue und Cameron Diaz wiederum feiert sie für ungeschminkte Auftritte in der Öffentlichkeit mit diesem Zitat: “Oft ist die ungeschminkte Wahrheit doppelt so schön.” Ein paar Seiten weiter kommt dann das dazu so gar nicht passende Schminktutorial: “Von Dani zur Katze”.

Spartipp: “Solche Stücke fertig zu kaufen ist total in”

Neben den Schminktipps gibt es aber auch mehrere Doppelseiten mit Fashion – sprich Shopping-Tipps, für Frauenmagazine nichts ungewöhnliches. Da es sich um das “Daniela Katzenberger”-Magazin handelt, werden folgerichtig Produkte empfohlen, mit denen man den Style der Katze nachmachen kann. Ironischerweise baut sie eine dieser Werbeseiten aber auch am Ende des Heftes in ihre persönlichen Spartipps ein.

Eigentlich geht es bei dem besagten Spartipp darum, alte Klamotten einfach selbst umzufunktionieren, indem man beispielsweise aus einer alten Jeans eine Hot-Pants macht. Soweit alles vollkommen in Ordnung. Anschließend bekommt man allerdings folgenden “Tipp”: “Gerade im Trend sind Patches, die auf die Kleidung genäht oder gebügelt werden. Solche Stücke fertig zu kaufen ist total in. Auf Seite 26 habe ich dir einige rausgesucht!” Der “Spartipp” endet also mit einem Verweis auf ihre eigenen Shopping-Empfehlungen ein paar Seiten zuvor.

(Bild: Yahoo Redaktion)

Aber auch Einrichtungstipps, die nichts anderes sind, als die zuvor erwähnten Fashion-Tipps, nur eben mit Deko-Artikeln und Möbeln, findet man im Magazin. Die Tipps fürs Kinderzimmer sind mit dem Zitat “Mal Prinzessin, mal Räubertochter: Mädels dürfen beides sein” versehen. Ob Mädels in Daniela Katzenbergers Welt auch Ärztinnen oder Bundeskanzlerin sein dürfen? Aber auch für die Erwachsenen sind ein paar Produkte aufgelistet, und zwar unter dem Titel “Ich zeig dir meine Villa Pink und Bunt”, warum noch gleich gilt die Katze als so unfassbar bodenständig?

(Bild: Yahoo Redaktion)

Rezepte finden sich ebenfalls im Heft, allerdings scheint davon nur eines authentisch zu sein: Danielas Kirschmichel-Rezept. Alle anderen Gerichte sowie die dazugehörenden Fotos sehen aus, als würde man sie in jeder anderen Frauenzeitschrift auch finden.

Fazit: Wer ein großer Daniela Katzenberger-Fan ist, wird das Magazin vermutlich lieben. Alle anderen: Macht es einfach wie die Kiosk-Verkäuferin und packt das Magazin gar nicht erst aus.