Daimler: Konzern rechnet intern wegen Halbleiterkrise mit Kurzarbeit bis Mitte nächsten Jahres

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Mitarbeiter von Mercedes-Benz arbeiten im Werk "Factory 56" an einer S-Klasse.
Mitarbeiter von Mercedes-Benz arbeiten im Werk "Factory 56" an einer S-Klasse.

Der weltweite Halbleitermangel macht der Wirtschaft seit Monaten das Leben schwer und trifft die deutsche Schlüsselindustrie ins Mark: die Autobauer. Die fehlenden Chips sorgen seit Monaten für Produktionsstopps und Kurzarbeit. Erst Ende Mai mussten tausende Audi-Mitarbeiter in Ingolstadt in Kurzarbeit geschickt werden, weil die begehrten Elektronik-Teile zur Produktion fehlten.

Wegen der gestiegenen Nachfrage in der Corona-Pandemie und Engpässen bei der Beschaffung von Halbleitern arbeiten demnach alle Zulieferer daran, ihre Logistik anzupassen. Dabei komme es jedoch auch bei den Unternehmen zu deutlich längeren Lieferfristen.

Chipkrise wird erst Mitte nächsten Jahres überwunden

Das bereitet vor allem den Top-Managern in der Daimler-Zentrale in Untertürkheim Sorgen. Die Stuttgarter gehen davon aus, dass der ärgste Chipmangel frühestens bis Ende dieses Jahres überwunden sein wird. Insider berichten, dass die Produktion der High-Tech-Chips sechs bis sieben Monate dauert – und diese wieder anlaufen müsse und die Chips anschließend auf dem globalen Markt verteilt werden müssten. Vorsichtshalber planen die Daimler-Manager also lieber damit, dass erst Mitte nächsten Jahres die ärgsten Chip-Engpässe überwunden sein werden. Das erfuhr Business Insider aus Unternehmenskreisen.

Aus diesem Grund geht man bei Daimler intern davon aus, dass auch Kurzarbeit bis Mitte nächsten Jahres immer wieder angemeldet werden müsse, heißt es aus Unternehmenskreisen. Daimler hatte erst Anfang Mai in Bremen und Sindelfingen hunderte Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt, Ende des Monats an beiden Standorten die meisten Mitarbeiter aber wieder zurückgeholt. Derartige Auf- und Ab-Bewegungen würden das Unternehmen noch das kommende Jahr begleiten, so jedenfalls die Annahme in Stuttgart.

Daimler-Sprecherin: "Reagieren kurzfristig" auf Schwankungen

Auf Anfrage von Business Insider teilt eine Sprecherin des Unternehmens mit: "Gegenwärtig besteht weltweit ein Lieferengpass an bestimmten Halbleiterkomponenten. Auf derartige Schwankungen reagieren wir aufgrund der hohen Flexibilität unserer Werke kurzfristig". Die Sprecherin fügte an, dass die Situation derart volatil sei, dass es daher nicht möglich ist, eine "Prognose zum Impact", also zu den Auswirkungen, abzugeben.

"Wir sind in engem Austausch sowohl mit unseren direkten also auch mit den Halbleiter-Lieferanten und passen, falls nötig, unsere Fahrweisen in einzelnen Werken an", fügte die Sprecherin an.

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