"Daily Telegraph"-Inhaber David Barclay mit 86-jährig gestorben

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David Barclay (l) und sein Zwillingsbruder Frederick 2004

Der äußerst zurückgezogen lebende britische Milliardär David Barclay, zu dessen Milliarden-Imperium unter anderem das Ritz-Hotel und die Tageszeitung "Daily Telegraph" gehörten, ist mit 86 Jahren gestorben. Wie die Zeitung am Mittwoch berichtete, erlag der mehrfache Milliardär bereits am Sonntag den Folgen einer kurzen Erkrankung. Barclay baute über die Jahre gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Frederick ein riesiges Unternehmens-Imperium auf. Die Londoner "Times" veranschlagte das Vermögen der Brüder Barclay im vergangenen Jahr auf umgerechnet 8,9 Milliarden Euro.

Der britische Premierminister Boris Johnson, der früher selbst für den "Telegraph" arbeitete und als Brüssel-Korrespondent der Zeitung harsche Kritik an der EU übte, erklärte im Kurznachrichtendienst Twitter seinen "Respekt" und seine "Bewunderung" für Barclay. Dieser habe mit dem Einstieg beim "Telegraph" 2014 eine große Zeitung gerettet und Tausende von Arbeitsplätzen geschaffen. Er habe leidenschaftlich an die Unabhängigkeit Großbritanniens und die Leistungsfähigkeit des Landes geglaubt.

Die Brüder seien oftmals "in identischem Erscheinungsbild" bis hin zur Auswahl ihrer Kleidung aufgetreten und hätten gemeinsam ihre gesamte Karriere betrieben, hieß es in einem Nachruf des "Telegraph". Beide Brüder hätten Interviews gemieden und auf Diskretion Wert gelegt.

Die Brüder Barclay besaßen von 1992 bis zu ihrer Einstellung auch die Zeitschrift "The European" und von 1995 bis 2005 die Zeitung "The Scotsman". Von David Barclay ist der Ausspruch überliefert, er habe mit 14 Jahren ebenso wie sein Zwillingsbruder die Schule verlassen und sich dann in der "Universität des Lebens" weitergebildet.

Die Brüder Barclay wurden gemeinsam von Königin Elizabeth II. zum Ritter geschlagen. Es war der erste derartige doppelte Ritterschlag in der Geschichte. David Barclay ging zwei Ehen ein und hinterlässt vier Söhne.

ao/jes