Dürre macht Pflanzenschutz- und Düngeindustrie zu schaffen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Dürre im vergangenen Jahr hat auch in der Pflanzenschutz- und Düngemittelbranche Spuren hinterlassen. Der Umsatz mit Pflanzenschutzmitteln in Deutschland sank um 6,9 Prozent auf knapp 1,2 Milliarden Euro, teilte der Industrieverband Agrar am Dienstag in Frankfurt mit. Damit setzte sich der Abwärtstrend der vergangenen Jahre fort. Gegenüber dem Höchststand 2014 seien die Umsätze der Mitgliedsfirmen um ein Viertel eingebrochen. Auch bei Düngemitteln gab es Rückgänge: In der vergangenen Düngesaison sank etwa der Absatz des Hauptnährstoffs Stickstoff um zehn Prozent auf rund 1,3 Millionen Tonnen.

"Die deutsche Landwirtschaft erlebte 2019 das zweite Dürrejahr in Folge", erklärte Manfred Hudetz, Präsident des Industrieverbands Agrar (IVA). "Das blieb nicht ohne Folgen auch für die Nachfrage nach Pflanzenschutzmitteln, viele Anwendungen wurden reduziert oder blieben ganz aus." Die Trockenheit im vergangenen Jahr und vielerorts niedrigen Erträge der Landwirte hätten das Düngen stark eingeschränkt, erläuterte Hans-Jürgen Müller, Vorsitzender des IVA-Fachbereichs Pflanzenernährung. Auch die verschärfte Düngeverordnung dämpfte den Mineraldüngerabsatz.

Hudetz mahnte mit Blick auf die Ackerbaustrategie der Bundesregierung Augenmaß in der Pflanzenschutz-Zulassung an. Würden weniger Wirkstoffe genehmigt, hätten Landwirte weniger Bekämpfungsoptionen. Wichtige große Kulturen wie Raps, Kartoffeln oder Zuckerrüben würden so immer schwieriger anzubauen und ökonomisch weniger attraktiv.

Die Agrarchemie steht seit langem in der Kritik von Umweltschützern. Sie sehen den Einsatz von Unkrautbekämpfungsmitteln in der Landwirtschaft als Hauptursache von Insektensterben. Der IVA argumentiert, ohne Pflanzenschutzmittel würden die Erträge von Bauern stark sinken. Der Verband vertritt Unternehmen der Pflanzenschutz- und Düngemittelbranche, darunter Konzerne wie Bayer <DE000BAY0017> und BASF <DE000BASF111>.