Süle: So haben wir die Wende geschafft

Christoph Küppers, Martin Volkmar
Niklas Süle will die Schuld am durchwachsenen Saisonstart nicht allein auf Ex-Trainer Carlo Ancelotti schieben

Mit seinem Wechsel zum FC Bayern ist Niklas Süle im Sommer ein bewusstes Risiko eingegangen.

Der 20-Millionen-Neuzugang aus Hoffenheim nahm die Herausforderung gegen Mats Hummels und Jerome Boateng an.

Ex-Coach Carlo Ancelotti soll regelrecht begeistert gewesen sein von Süle, doch Nachfolger Jupp Heynckes setzte zunächst auf das Weltmeister-Duo in der Innenverteidigung.

Die körperlichen Probleme der beiden haben aber ebenso wie die Dreifachbelastung dafür gesorgt, dass Süle weiter regelmäßig zum Einsatz kommt.

Glänzende Statistik

Dreimal stand der 22-Jährige in der Champions League in der Startelf, achtmal (ein Treffer) in der Bundesliga.

Dabei kam der Confed-Cup-Sieger komplett ohne Foulspiel aus, zudem kassierten die Münchner mit ihm nur zwei Gegentore (und ohne ihn sechs).


Entsprechend zuversichtlich fährt Süle zu den Länderspielen gegen England und Frankreich, obwohl auch im DFB-Team Hummels und Boateng seine Konkurrenten sind.

Vorher sprach der siebenmalige Nationalspieler im SPORT1-Interview über die Wende beim FC Bayern unter dem neuen Trainer und die Aussichten auf seinen ersten Meistertitel.

SPORT1: Wie bewerten Sie den Erfolg in Dortmund?

Niklas Süle: Das war ein ganz hartes Spiel für uns. Gegen die Hochgeschwindigkeitsfußballer, die Dortmund da vorne hat, ist es immer schwer. Dass sie auch zu Torchancen kommen, ist klar. Wir haben aber auch ein paar einfache Chancen zugelassen, bei denen wir den Ball in der Vorwärtsbewegung verlieren. Die zweite Halbzeit war ich nicht ganz zufrieden. Wir hätten da ruhiger spielen müssen. Aber letztendlich war es ein verdienter Sieg.


SPORT1: Wie erklären Sie sich die erfolgreiche Aufholjagd seit dem Trainerwechsel?

Süle: Wir haben uns viel vorgenommen. Seit Herr Heynckes da ist, haben wir sehr intensiv trainiert. Jeder ist voll dabei und das hat sich jetzt ausgezahlt in den letzten Spielen.

SPORT1: Welchen Anteil hat Jupp Heynckes?

Süle: Wir sind alle eigentlich schon lange genug im Geschäft. Wir haben Spieler dabei, die spielen seit Jahren für den FC Bayern. Ich zähle mich nicht dazu, aber wir haben selbst zueinander gesagt: Das kann nicht so weitergehen, wir müssen auch an uns selbst arbeiten.

SPORT1: Also lag es nicht an Carlo Ancelotti?

Süle: Wir dürfen nicht alles auf den vorherigen Coach schieben. Wir standen auf dem Platz und wir haben es einfach nicht gut gemacht. Das, was wir nicht gut gemacht haben, läuft jetzt immer besser. Es gibt immer noch ein Stück, wo wir uns steigern können, aber ich denke, trotzdem ist es jetzt eine gute Phase gewesen.

SPORT1: Ist der Weg zur nächsten Meisterschaft für den FC Bayern damit geebnet?

Süle: Ich würde es mir wünschen, in meiner ersten Bayern-Saison Meister zu werden. Ich habe jetzt auch schon in der kurzen Zeit hier gemerkt, wie schwer es ist, weil die Bundesliga unglaublich ausgeglichen ist. Das heißt, wir müssen jedes Spiel wieder aufs Neue den Plan umsetzen. Und dann haben wir gute Chancen.